Home » Inhalte » Tourismusstrategie » Tourismusstrategie Thüringen 2025

Tourismusstrategie Thüringen 2025

Die Vision

Thüringen wird Tourismusland! Das ist die zentrale Vision aus der Tourismusstrategie Thüringen 2025. Entscheidend hierfür ist, die Qualität der Angebote und damit einhergehend die Wertschöpfung aus dem Tourismus zu erhöhen. Innerhalb Thüringens kommt es künftig darauf an, das Tourismusbewusstsein auf allen Ebenen und damit die Anerkennung für die Leistungskraft und vielfältigen positiven Effekte der Branche zu stärken.

Die Tourismusstrategie konzentriert sich auf vier Schwerpunkte: Marke & Zielgruppe, Digitalisierung, Betriebe, Organisation & Finanzierung.

 

Marke und Zielgruppen

Die Familienmarke soll gezielt weiterentwickelt werden mit dem Leitgedanken der Fokussierung. Die Markenkernwerte wurden hierzu verdichtet und lauten nun: naturverbunden, inspirierend, zugänglich und kulturprägend. Ziel für die Weiterentwicklung der Markenstrategie ist es zudem die Positionierung auf die nächste Stufe zu heben. Produkte und Angebote werden in Thüringen künftig stärker eindeutigen Reisemotiven zugeordnet. Das bisherige Themenmarketing wird zu einem motiv- und produktbasierten Marketing.

Die Tourismusstrategie benennt vier relevante Reisemotive: “Kennerschaft”, “Faszination”, “Sehnsucht”, “Neugierde”. Um am Markt erfolgreich zu sein, braucht Thüringen für jedes Reisemotiv ein konkretes Leitprodukt als Aushängeschild. Deshalb wird sich die Familienmarke Thüringen künftig noch stärker als bisher über konkrete Leitprodukte profilieren und ihre bereits auf bestem Niveau entwickelten Exzellenzen ins “Schaufenster stellen. Die vier derzeit wettbewerbsfähigen Leitprodukte für die Familienmarke Thüringens sind:

  • Weimar für das Reisemotiv “Kennerschaft”
  • Wartburg für das Reisemotiv “Faszination”
  • Rennsteig für das Reisemotiv “Sehnsucht”
  • Erfurt für das Reisemotiv “Neugierde”

Digitalisierung

Die Digitalisierung verändert die Tourismusbranche in rasantem Tempo. Es gilt, ständig neue Trends zu erkennen, schnell zu reagieren und innovative, praxisorientierte Ideen bzw. Lösungsansätze zu entwickeln und zu implementieren. Einzelne Akteure – seien es Tourismusorganisationen oder Leistungsträger – sind mit ihren Möglichkeiten und Ressourcen oft nicht in der Lage, diese Aufgabe allein zu bewältigen. Daher braucht der Thüringen-Tourismus für die Erreichung seiner ambitionierten Vision eine agile und freie digitale Einheit, die innovative Modellprojekte im Bereich der Digitalisierung entwickeln und die Erfahrungen an die Akteure weitergeben kann.

Dazu wird angestrebt, ein „Kompetenzzentrums Tourismus 4.0“ (Arbeitstitel) für den Thüringen- Tourismus zu schaffen. Aufbauend auf den hier erarbeiteten Vorschlägen und Ideen sollen bis 2025 mehrere Modellprojekte für beispielhafte, innovative Digitalisierungsprozesse entwickelt und implementiert werden. So soll die Entwicklung Thüringens zu einem technischen Vorreiter im Deutschland- Tourismus vorangetrieben werden. Dabei werden möglichst verschiedene Modellprojekte entlang der gesamten Servicekette berücksichtigt.

Dem Land kommt bei der künftigen Verwaltung von touristischen Inhalten (Content) eine stärkere Umsetzungsverantwortung zu als bei den Modellprojekten. Zudem wurde diese Aufgabe im Rahmen der Tourismusstrategie bereits stärker vorgedacht und konzipiert als die Modellinitiativen, indem ein Content-Strategie-Prozess angestoßen wurde, den es nun weiter zu untersetzen gilt und dessen Schritte sukzessive aufeinander aufbauen.

Betriebe

Thüringens bestehende Betriebe (KMU) bilden mit ihrem Angebot eine zentrale Voraussetzung für ein gelungenes Urlaubserlebnis. Wenn Ausstattung und Service im Gastgewerbe nicht den (steigenden) Erwartungen der Nachfrager entsprechen, wird der Urlaub zur Enttäuschung oder gar nicht erst gebucht. Künftig kommt es darauf an, die bestehenden Angebote und Strukturen verstärkt zu bündeln und proaktiv an die Betriebe zu kommunizieren. Daher soll unter dem Arbeitstitel „KMU-Netzwerk“ eine gemeinsame Unterstützungsinitiative für die touristischen Betriebe in Thüringen geschaffen werden. Der Fokus liegt auf dem Gastgewerbe, weitere Leistungsträger aus der Freizeitwirtschaft , Betriebe der Land- und Forstwirtschaft mit touristischen Angeboten oder auch Privatvermieter können jedoch ebenfalls in die Maßnahmen einbezogen werden.

Der Strukturwandel in Thüringens gastgewerblichen Betrieben wird durch eine entsprechende Förderpolitik aktiv begleitet. Künftig soll das Gastgewerbe stärker als bisher vom allgemeinen Förderinstrumentarium profitieren. Die gewerbliche Förderung soll insgesamt so ausgerichtet werden, dass sie die Schwerpunkte, Querschnittsthemen und Ziele der Tourismusstrategie verstärkt unterstützt. Zudem ist eine stärkere Fokussierung auf Investitionen zielführend, die die Querschnittsthemen Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit, Kulinarik und Service sowie „Gute Arbeit“ im Thüringen-Tourismus voranbringen. Es gilt, bei den Leistungsträgern das Bewusstsein zu schärfen und eine aktive Beschäftigung mit diesen vier Zukunftsthemen anzuregen.

Organisation und Finanzierung

Künftig sollen sich die touristischen Organisationen auf definierte Schwerpunktaufgaben konzentrieren. Ziel soll es sein, Mittel für das Marketing zu bündeln und jeder Ebene diejenigen Aufgaben zuzuteilen, die sie am besten erfüllen kann. Die Verbindlichkeit der strategischen Festlegungen ist zu erhöhen.

Zudem soll die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Tourismusorganisationen (Destinationsmarketingorganisationen – DMO) in Thüringen künftig deutlich gestärkt werden. Ziel ist es, für die jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkte eine möglichst hohe Professionalität zu erreichen. Auch auf lokaler Ebene sollen in Thüringen wettbewerbsfähige Strukturen geschaffen werden. Kleinere Orte werden durch die angestrebte Kooperation gestärkt. Für Thüringen wird ein Drei-Ebenen-Modell (Land – Regionen – Orte) mit wettbewerbsfähigen Organisationen auf allen Stufen angestrebt.

Angesichts der begrenzten finanziellen Ressourcen der Tourismusorte in Thüringen sollen die vorhandenen Möglichkeiten für die Tourismusentwicklung künftig besser und nachhaltiger ausgeschöpft werden. Daher wird befürwortet, das Thüringer Kommunalabgabengesetz (ThürKAG) zu öffnen. Die Änderung soll die kostenfreie Nutzung des ÖPNV beinhalten. Zudem sollen sich die Ressorts im Hinblick auf die Tourismusentwicklung in Thüringen künftig besser abstimmen.

 

Hier können Sie sich die gesamte Tourismusstrategie Thüringen 2025 herunterladen:

Tourismusstrategie Thüringen 2025 (2.6 MiB)

Wirtschaftsministerium legt „Tourismus­strategie Thüringen 2025“ vor – lesen Sie den Beitrag vom 02.August 2017