2. August 2017

Wirtschaftsministerium legt „Tourismus­strategie Thüringen 2025“ vor

Neue Marketingausrichtung und offensive Produktentwicklung sollen Qualität im Thüringen-Tourismus steigern. Thüringen hat den Rahmen für die Tourismuspolitik bis 2025 abgesteckt: Wesentliche Stellschrauben im Fokus der Tourismusstrategie sind die Profilschärfung des Tourismusmarketing, die wirtschaftliche Situation der Betriebe, die konsequente Nutzung der Digitalisierung ebenso wie effizientere Organisationsstrukturen im Tourismus.

Die Tourismusstrategie 2025 hat zum Ziel, den Tourismus in Thüringen zukunftsfähig aufzustellen und im Deutschland-Vergleich so zu positionieren, dass er sich im zunehmend härter werdenden Wettbewerb um die (potenziellen) Gäste behaupten kann. Der übergeordnete Leitgedanke der Strategie, die im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministerium durch das dwif gemeinsam mit zahlreichen Akteuren im Tourismus erarbeitet wurde, lautet: „Thüringen wird Tourismusland“.

Zentraler Ansatzpunkt ist das Marketing. Hier wird der Fokus auf eine konsequente Kundenorientierung umgeschaltet. Hinsichtlich der Kernfrage : “Wie können wir den potenziellen Gast für Thüringen interessieren und ihn hierher locken” definiert die Strategie vier zentrale Motive :„Kennerschaft“, „Ich möchte der Kultur-Community angehören“, „Faszination“, „Ich möchte die Aura von bestimmten Orten spüren“, „Sehnsucht“ „nach Natur, Ent­spannung und Erfahrungen” sowie „Neugierde“, “Ich möchte Neues und Unbekanntes entdecken jenseits des Mainstreams“.

Genau auf diese Motive ausgerichtet sind im Sinne einer ersten Kundenansprache vier überregional bekannte Leitprodukte mit hoher Strahlkraft

Weimar, Wartburg, Rennsteig und Erfurt.

Über diese starken Zugpferde und sogenannte „Schaufensterprodukte“ soll konsequent das „Amazon-Prinzip“ angewendet werden. Wer die Wartburg „gekauft“ hat, der „kauft“ dann z.B. auch Goethes Wohnhaus. Voraussetzung: Die Referenzangebote müssen in einer Qualität, die den Leitprodukten entspricht, vorgehalten und für die avisierte Zielgruppe begehrenswert gestaltet sein. Dies bedeutet eine große und eminent wichtige Aufgabe für die Regionen, die sich mit der Erstellung touristischer Angebote befassen. Letztlich müssen genau diese Angebote den Gast vor Ort begeistern und von Thüringen dauerhaft überzeugen.

Eine wichtige Rolle im Umsetzungsmanagement der Strategie kommt der Thüringer Tourismus GmbH zu. Sie wird die Koordinierung wahrnehmen und das notwendige Know-how bereitstellen. Hier soll auch das Tourismusnetzwerk Thüringen genutzt werden. Kernvoraussetzung für den Erfolg ist hier allerdings die Bereitschaft der Tourismusorganisa­tionen und Leistungsträger vor Ort, gemeinsam an einer verbesserten Qualität und Vermarktung des Reiselands Thüringen zu arbeiten – „denn erfolgreiche Produktentwicklung entsteht aus den Regionen heraus im Zusammenspiel mit den Tourismusorten und lokalen Leistungsträgern“, so betonte Minister Tiefensee.

Ebenfalls im Fokus der Tourismusstrategie steht die erforderliche Steigerung der Wertschöpfung in den gastgewerblichen Betrieben. In diesem Zusammenhang ist es viel wesentlicher, den Umsatz in den Betrieben zu steigern, als nur auf die Steigerung der Übernachtungszahlen zu schauen. Ziel muss es sein, die Wertschöpfung zu steigern, nicht Gäste mit niedrigen Preisen anzulocken. Hier soll das Gastgewerbe mit geeigneten flankierenden Maßnahmen unterstützt werden.

Im Sinne einer effizienten Nutzung der technologischen Möglichkeiten gehört die Digitalisierung sozusagen zur Grund-DNA der neuen Strategie. Ziel ist es eine gemeinsame digitale Architektur für den Thüringen-Tourismus zu schaffen, die kundenbezogene Verknüpfungen (eben wie bei Amazon) herstellen kann. Bausteine sind die Entwicklung einer Content-Datenbank bei der TTG und eine einheitliche Gestaltung des touristischen Webauftritts von der TTG über die regionalen Verbände bis hin zur Ortsebene.

Bereits an der Erarbeitung der Tourismusstrategie zwischen April 2016 und Juni 2017 hatten sich eine Vielzahl von Einrichtungen, Verbänden und Inte­ressengruppen beteiligt, u.a. TTG, regionale Tourismusorganisationen, Tou­ristinformationen, Branchenvertreter wie Industrie- und Handelskammern, DEHOGA Thüringen, Heilbäderverband, Verband der Campingwirtschaft, Jugendherbergswerk, Klassik-Stiftung, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Ministerien und kommunale Spitzenverbände. Minister Tiefensee zeigte sich zuversichtlich, dass gemeinsam mit den Regionen und Akteuren in den kommenden Jahren ein echter Quantensprung im Thüringen Tourismus erreicht werden kann, von dem am Ende alle Regionen und Anbieter und somit das avisierte Tourismusland Thüringen profitieren werden.

 Die „Tourismusstrategie Thüringen 2025“ findet sich auch im Internet unter: http://apps.thueringen.de/de/publikationen/pic/pubdownload1720.pdf

 

 




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Constanza von Steuber
Thüringer Wirtschaftsministerium/ TMWWDG