Nachhaltigkeit gehört zu den Schlüsselkompetenzen einer zukunftsfähigen Tourist Information – als Orientierungshilfe, Vorbild und aktiver Mitgestalter. Gäste, Politik und Partner erwarten zunehmend, dass TIs nicht nur über nachhaltige Angebote informieren – sondern selbst Verantwortung übernehmen. Die Studie Future.TI 2024-Studie zeigt folgende Entwicklung:
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Nachhaltigkeit gehört zu den zentralen Zukunftskompetenzen einer TI.
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Besonders jüngere Zielgruppen achten verstärkt auf nachhaltige Informationen.
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Gleichzeitig wünschen sich alle Altersgruppen verständliche, konkrete Angebote – sei es beim Souvenir, bei der Beratung oder beim Mobilitätsservice.
Was bedeutet das für die tägliche Arbeit in der Tourist Information? Und wo kann man ansetzen?
Zielgruppenbedürfnisse verstehen
Jüngere Gäste achten bewusst auf Nachhaltigkeit – besonders bei Mobilität und Unterkunft. Ältere Gäste leben oft nachhaltiger, ohne dies explizit zu benennen. Familien stellen besonders konkrete und situationsbezogene Fragen. Eine zielgruppenspezifische Ansprache hilft, nachhaltige Inhalte wirksam zu vermitteln – ohne moralischen Zeigefinger.
Um Nachhaltigkeit noch greifbarer zu machen, werden vor allem drei Dimensionen der Nachhaltigkeit unterschieden: Ökologie, Ökonomie und Soziales.
Alle drei Ebenen sind miteinander verbunden und ein nachhaltiges Management balanciert diese aus.
Beispiele für diese drei Dimensionen mit Bezug zur Tourist-Information sind:
Herausforderung in der TI
Im Idealfall sind sämtliche Aufgaben einer TI im Tourismuskonzept definiert. Innerhalb des Betriebs einer TI regeln Prozessbeschreibungen, Routinen oder gelebte Erfahrungen und Verhaltensweisen die Abläufe und das alltägliche Management. Diese Aufgaben, Prozesse und informellen Verhalten zu hinterfragen, neu zu bewerten und anzupassen, ist die größte Herausforderung bei der Umsetzung einer nachhaltigen Strategie. Denn: Sie erfordern von den Beteiligten nicht nur ein Umdenken, sondern eine aktive Veränderung.
Es ist wichtig alle aktiv mitzunehmen und an Veränderungsprozessen zu beteiligen. Nicht selten erfordern diese Veränderungen eine externe Moderation oder ein Coaching, das allen den Weg erleichtert. Je konkreter Nachhaltigkeit sichtbar wird, umso eher wird sie auf Akzeptanz stoßen. Im Folgenden sollen daher aus innerbetrieblicher Sicht einer TI konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen aufgezeigt werden, die den Einstieg und die Umsetzung erleichtern und gleichzeitig eine Brücke schlagen vom eigenen Verhalten der Mitarbeitenden zu Gästen und Einheimischen.
Die wichtigsten Handlungsfelder für Nachhaltigkeit im TI-Betrieb sind:
Der nächste Schritt…
… nehmen Sie Ihre Gäste mit und kommunizieren Sie, dass Sie auf dem Weg sind.
Hier finden Sie ein paar schöne Best Practice:
Tourist Information Mühlhausen
Tourist Information Eisenach – Eisenach nachhaltig erleben
Tourist Information Bad-Sulza
Nicht vergessen:
Um Fortschritte sichtbar zu machen, helfen einfache Indikatoren – z. B. Wir haben xy Anteile nachhaltiger Produkte im Shop oder wir haben xy % unsere Druckerzeugnisse reduziert, Wir haben die Anzahl ÖPNV-Tipps pro Woche gesteigert. Auch Rückmeldungen von Gästen und Leistungsträgern sind wertvolle Quellen für die Weiterentwicklung.