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Ressourcenschutz im Betrieb: Schritt 5

Gastgeber überreicht WanderverpflegungQuelle: Deutscher Wanderverband

Mitarbeitende für nachhaltige Praktiken sensibilisieren

Um wirklich nachhaltig zu wirtschaften, ist es entscheidend, dass alle Beteiligten – vom Management bis zum Servicepersonal – an einem Strang ziehen und umweltbewusste Praktiken in ihren Arbeitsalltag integrieren. Dabei spielen sowohl interne Kommunikation als auch konkrete praxisorientierte Maßnahmen eine Rolle.

Die Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Nachhaltigkeit geht weit über bloße Schulungen hinaus. Es erfordert eine ganzheitliche Strategie, die in die Unternehmenskultur integriert wird. Hierfür sollten sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende Verantwortung übernehmen, um eine nachhaltige Transformation zu ermöglichen. Ein Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns zu schaffen und gleichzeitig konkrete Handlungsoptionen aufzuzeigen, hilft den Mitarbeitenden die Bedeutung von Nachhaltigkeit aufzuzeigen und Wege zu bieten aktiv an der Umsetzung mitzuwirken.

  • Beginnen Sie mit dem Zuhören! Ihr Team ist eine wichtige Quelle für Informationen, praktische Erkenntnisse und Ideen. Integrieren Sie Nachhaltigkeitsfeedback in Ihre regelmäßigen Mitarbeiterbesprechungen oder stellen Sie eine „Ideenbox“ in den Personalräumen auf, um individuelle Vorschläge zu sammeln.
  • Heben Sie die guten Ideen Ihrer Mitarbeiter hervor, setzen Sie sie um und würdigen sie diese. Dies trägt dazu bei, die Mitarbeiter zu motivieren, sich noch aktiver für die Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens zu engagieren und sich noch stärker damit zu identifizieren.
  • Beginnen Sie mit regelmäßigen Schulungen, die Mitarbeitende in umweltbewusste Praktiken einführen. Diese Schulungen sollten nicht nur theoretisches Wissen vermitteln, sondern vor allem praktische Handlungsanweisungen bieten. Wie können Ihre Mitarbeiter beispielsweise Energiesparmaßnahmen in ihre täglichen Aufgaben integrieren? Was können sie im Rahmen ihrer Aufgaben tun, um Wasserlecks oder Möglichkeiten zur Abfallreduzierung zu erkennen und zu melden?
  • Lernen kann überall stattfinden! Denken Sie über typische Workshops, Vorträge oder Kurse hinaus. Um produktives Lernen so weit wie möglich zu fördern, integrieren Sie es in die bestehenden Routinen Ihrer Mitarbeiter, zum Beispiel durch einfache „Green Tipps” in den regelmäßigen Briefing-E-Mails oder -Nachrichten, Poster in Pausenräumen, oder interne „Matchmaking-Mittagessen“, um Mitarbeiter verschiedener Abteilungen zu vernetzen und Wissen und Ideen miteinander zu teilen.
  • Beim Hotel-Restaurant Zwergschlösschen aus Gera ist Nachhaltigkeit “Verantwortung für das Unternehmen, die Region sowie die Branche, tägliche Herausforderung und in der Konsequenz gelebter Alltag”. Und dazu sind motivierte, gut ausgebildete und erfahrene Mitarbeiter besonders wichtig. Das Hotel legt daher großen Wert auf die Einbindung und Motivation seiner Mitarbeiter und engagiert sich im Rahmen der Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens für deren Wohlbefinden.
  • In diesem Artikel von Green Pearls – „Nachhaltigkeit als Bindungsinstrument für Mitarbeiter in Hotellerie und Gastgewerbe” – sind viele relevante Untenhmensbeispiele in Bezug auf Mitarbeitersensibilisierung und -bindung enthalten, wie zum Beispiel:
    • Im Hotel Klosterbräu (Seefeld in Tirol, Österreich) wird jedes neue Teammitglied Inhouse in der Think-YOUNIQUE Philosophie für nachhaltiges und ökologisches Denken und Handeln geschult. Neben der Wertschätzung für die Mitarbeitenden geht es auch um die Achtung für die Natur, lebenswerte Perspektiven und nachhaltigen Umweltschutz wie den Einsatz von Bio-Ortswärme und Solarenergie. Das Team wird außerdem regelmäßig in Entscheidungen einbezogen und erhält beispielsweise gesonderte Führungen mit regionalen Erzeugern und Bauern. So übernehmen sie auch Verantwortung für Qualität und Regionalität der Produkte, die im Hotel genutzt werden. 
    • Das familiengeführte Hotel Bella Vista Zermatt führt ihre Mitarbeitenden mit wertschätzender Art und einer konsequent nachhaltigen Denkweise. Einmal im Jahr gibt es zum Thema Nachhaltigkeit ein Seminar, dessen Inhalte vorab gemeinsam bestimmt und besprochen werden. Anregungen des Teams werden aufgegriffen und Input integriert, wo immer möglich. Außerdem veranstaltet das Management zweimal jährlich gesonderte Sitzungen zum Thema Nachhaltigkeit, um die Motivation bei den Mitarbeitenden gezielt zu steigern. 

Gäste einbinden

Indem Tourismusbetriebe ihre Gäste für nachhaltiges Reisen sensibilisieren und motivieren, leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, sondern schaffen auch ein bewussteres Reiseerlebnis. Zeigen Sie, wie nachhaltige Praktiken das Gästeerlebnis bereichern – sei es durch authentische Erlebnisse, mehr Komfort oder ein besonderes Bewusstsein für die Region.

Die Herausforderung besteht darin, Gäste auf eine Weise einzubinden, die sowohl effektiv als auch ansprechend ist. Entscheidend ist, ein Gleichgewicht zwischen Komfort und Umweltverantwortung zu finden – sodass nachhaltige Maßnahmen nicht als Einschränkung, sondern als Bereicherung des Urlaubserlebnisses wahrgenommen werden.

  • Um es Ihren Gästen so einfach wie möglich zu machen, sich an umweltbewussten Maßnahmen zu beteiligen, machen Sie die nachhaltige Option zur Standardoption oder zur einzigen Wahl. So können beispielsweise zusätzliche Annehmlichkeiten wie Zahnbürsten auf Anfrage an der Rezeption bereitgestellt werden, anstatt sie standardmäßig in den Gästezimmern bereitzustellen. So bieten Sie den gleichen Service, vermeiden aber unnötigen Materialverlust.
  • Um positive Veränderungen zu erreichen, reicht es nicht aus, Ihren Gästen die Vorzüge des umweltfreundlichen Verhaltens zu predigen. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf die positiven Vorteile, die sie durch das umweltbewusste Handeln Ihres Unternehmens erhalten. Hier sind einige Beispiele für Vorteile, die Sie in Ihrer Kundenkommunikation hervorheben können. 
    • Ihre Kreislaufwirtschaft führt zu einzigartigen Produkten und Dekorationsartikeln, die das Ambiente Ihres Gästezimmers bereichern. 
    • Ihre lokalen Beschaffungspraktiken sorgen dafür, dass Ihre Gäste frische, hochwertige und saisonale Produkte aus Ihrer Region genießen.
    • Ihre Maßnahmen zur Energie- und Wassereffizienz tragen dazu bei, dass sich Ihre Gäste wohlfühlen, ohne sich Gedanken über negative Auswirkungen auf die Umwelt machen zu müssen.
  • Ihre Gäste fühlen sich stärker in Ihre umweltbewussten Maßnahmen eingebunden, wenn sie die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen. Entwickeln Sie Initiativen und Projekte, die solche Möglichkeiten schaffen.
  • Durch die Kommunikation zum umweltbewussten Handeln zeigt das Biohotel Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn (Amt Creuzburg, Thüringen) die Vorteile für seine Gäste auf. „Genießen Sie Ihren Urlaub im Biohotel unseres Stiftguts Wilhelmsglücksbrunn. Unsere Zimmer mit Möbeln aus edlem Massivholz, eigenem Bad und Toilette laden zum Entspannen an Ihrem persönlichen Rückzugsort ein. Entdecken Sie das Stiftsgut mit seinen geschichtsträchtigen Bauten, dem Bio Bistro und dem Biomarkt mit Bio-Produkten aus unserer Creuzburger Eis- & Käsemanufaktur.” 
  • Das Berg & Spa Hotel Gabelbach (Ilmenau, Thüringen) beteiligt seine Gäste am „Green Forest Projekt“, bei dem sie einen Baum „adoptieren“ können. “Mit einer Spende von 10 € werden Sie zum Baumpaten und bekommen Ihren eigenen Setzling in unserem schönen Hotelpark oder in unmittelbarer Umgebung. … Der Thüringer Forst pflanzt anschließend mit größter Sorgfalt das neue Leben ein und alle Baumpaten werden auf einer wunderschönen Tafel namentlich erwähnt. Ende des Jahres möchten wir Sie dann zur Einweihung unseres kleinen, neuen Mischwaldes einladen und gemeinsam mit allen Baumpaten auf unsere traumhafte Natur anstoßen.”

Ihre Ansprechpartner

Quelle: TTG
Alexandra Rittweger
Thüringer Tourismus GmbH

Innovation & Qualität
Themenkoordination Nachhaltigkeit

Das lerne ich hier:

  • Wie können Sie Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Ihrem Betrieb transparent und glaubwürdig kommunizieren?

  • Welche Kommunikationskanäle eignen sich am besten, um Ihre Gäste über nachhaltige Praktiken zu informieren?

  • Wie stärken Sie durch gezielte Kommunikation das Vertrauen Ihrer Gäste und positionieren Ihren Betrieb als zukunftsfähig?

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