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Ressourcenschutz im Betrieb: Schritt 4

Am Tisch 3 Personen mit einem Bauplan, Solarzellen und Windrädern - BesprechungssituationQuelle: freepik

Cradle-to-Cradle-Praktiken in Hotelzimmern

Bei „Cradle to Cradle“ (C2C) handelt es sich um ein konkretes Konzept, Produkte so zu entwickeln, dass sie nach ihrer Nutzung vollständig wiederverwertet oder in natürlichen Kreisläufen zurückgeführt werden können. Der Begriff Cradle to Cradle bedeutet so viel wie „Von der Wiege zur Wiege“ im Gegensatz zur linearen Wirtschaft und dem Prozess von der Herstellung bis zur Entsorgung. 

C2C legt den Schwerpunkt auf die kontinuierliche und nachhaltige Nutzung von Materialien, wobei biologische und technische Nährstoffe zurück in den jeweiligen Kreislauf geführt. Wie hier erklärt: “Gemeint ist, dass ein Produkt, nachdem es das Ende seiner Gebrauchszeit erreicht hat, nicht reif für die Bahre (bzw. die Mülldeponie) ist, sondern dank eines cleveren Designs zur Wiege (zum Ursprung) für neue Produkte werden kann. Die Idee: Anstatt kaputte Gebrauchsgüter wegzuschmeißen und womöglich teuer zu entsorgen, werden sie komplett wiederverwertet.”

Unterkünfte und Tourismuseinrichtungen können das C2C-Konzept visuell und interaktiv erlebbar machen – sei es durch die Integration von C2C-zertifizierten Produkten oder durch Maßnahmen, die das Kundenerlebnis bereichern und einen umweltbewussten Umgang mit Ressourcen fördern.

    • Fangen Sie klein an! In Ihren Gästezimmern gibt es viele Möglichkeiten, Gegenstände kreislauforientierter zu nutzen oder am Ende ihrer Lebensdauer durch nachhaltigere Alternativen zu ersetzen. Umweltbewusster Konsum bedeutet nicht, sofort neue Öko-Produkte zu kaufen – nutzen Sie, was bereits vorhanden ist, und verlängern Sie dessen Lebensdauer. Eine einfache Maßnahme: Stellen Sie Ihren Gästen eine wiederverwendbare Trinkwasserflasche zur Verfügung, die sie im Hotel nutzen und vielleicht sogar als Souvenir mit nach Hause nehmen können.
    • Wenn Sie Gegenstände besitzen, die für Ihren Betrieb nicht mehr geeignet sind, sollten Sie vor der Entsorgung über Recycling- oder Wiederverwendungsmöglichkeiten nachdenken. Gibt es beispielsweise einen lokalen Dienstleister, der Gegenstände zum Recycling zurücknimmt? Oder können alte Textilien für andere Zwecke, z. B. zum Reinigen, wiederverwendet werden? (hier ein paar Beispiele zur Inspiration) Und wenn Sie sie durch neue Produkte ersetzen, achten Sie auf deren Recyclingfähigkeit (oder Kompostierbarkeit) und Haltbarkeit unter Berücksichtigung der C2C-Prinzipien.

    Um Produkte zu identifizieren, die den C2C-Prinzipien entsprechen, können Sie auf Produkte mit der Cradle-to-Cradle-Zertifizierung zurückgreifen. Andere Zertifizierungsprogramme wie der Blaue Engel und das EU-Umweltzeichen sind ebenfalls nützliche Indikatoren, obwohl sie sich nicht explizit auf C2C konzentrieren.

  • Die „Circular Living Zimmer“ im Hotel Schwarzwald Panorama (Bad Herrenalb, Baden-Württemberg) unterstützen eine Kreislaufwirtschaft. Die Zimmer sind vollständig mit Materialien ausgestattet, die nach Kriterien ihrer Regenerationsfähigkeit ausgewählt wurden. Durch Rücknahmevereinbarungen mit Lieferanten sichern sie, dass die verbauten Materialien zurück in den Kreislauf gelangen und nicht auf dem Müll landen.
  • ​​Beim „nachwachsenden Hotelzimmer®“ im Hotel Luise in Erlangen werden Abriss, Umbau, Ressourcennutzung und Recycling nach dem Cradle-to-Cradle©-Prinzip betrachtet und so nachhaltig wie möglich umgesetzt. Das Zimmer integriert beispielsweise Holzschonende Decken aus Stroh, die ohne formaldehydhaltigen Kleber auskommen, sowie 100 % wiederverwertbare Teppichfliesen aus Fischernetzen, die langlebig und schalldämmend sind.
  • Das Boutiquehotel Stadthalle in Wien macht Nachhaltigkeitspraktiken sichtbar und spannend, indem es konkrete Beispiele der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der UN in die Hotelzimmer integriert. In einem ihrer „SDG-Zimmer“ mit Fokus auf SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion), können die Gäste viele Beispiele besichtigen, wie etwa Polsterbezüge, die einst Hemden waren, einen Kleiderschrank aus einer umgebauten massiven Holzkiste, Badezimmerausstattungen wie Toilettenpapierhalter und Kosmetikspiegel, die aus altem Kochgeschirr hergestellt wurden, und Kleiderbügel aus Holz, die von Kollegen geschenkt wurden.

Umweltbewusste Best Practices beim Bauen und Renovieren

Nachhaltige Bauweisen helfen dabei, die natürlichen Ressourcen zu schonen, die Umwelt zu entlasten und den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Dies trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern verbessert auch die Lebensqualität der Anwohner und Gäste und schützt die natürlichen Lebensräume.

Im Tourismus kann umweltbewusstes Bauen und Renovieren durch die Integration von energieeffizienten Gebäudetechnologien, die Verwendung lokaler und recycelter Materialien und die Förderung grüner Infrastruktur wie grüne Dächer und Regenwassernutzung umgesetzt werden. Die Integration nachhaltiger Bauweisen in touristische Projekte bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern kann auch zu erheblichen Kosteneinsparungen führen.

  • Der Thüringer Bauwegweiser zeigt Wege, wie Gebäude ökologisch und ressourcenschonend gebaut, umgebaut oder saniert werden können. Im Baustoffkatalog finden Sie einen Überblick über nachhaltige Varianten für jedes Bauteil im Haus verschaffen. Auch für die Bereiche Wärme, Strom und Wasser finden Sie ressourcenschonende Techniken.
  • Die Renovierung eines ganzen Gebäudes ist eine umfangreiche Aufgabe, die zu Recht eine langfristige Planung erfordert. Ein einfacheres und kostengünstigeres Projekt kann die Modernisierung nur eines einzelnen Raumes sein. (Mehr dazu im Artikel: Cradle-to-Cradle-Praktiken in Hotelzimmern)
  • Einige einfache Maßnahmen für ein umweltfreundlicheres Gebäude liegen im bewussten Verhalten bei der Gebäudenutzung – etwa die Vermeidung von Energie- und Wasserlecks. Nutzen Sie „Ecomapping” (PDF)*, um diese ressourcensparenden Quick-Wins zu überwachen und zu dokumentieren. So können Sie zukünftige Renovierungspläne gezielt darauf ausrichten und Designlösungen entwickeln, die nachhaltiges Verhalten intuitiver und effektiver machen. *Eco-Mapping ist ein visuelles Tool für kleine Unternehmen, das mithilfe einer gedruckten Karte oder eines Grundrisses der Einrichtungen eine visuelle Bestandsaufnahme der Umweltpraktiken und -probleme erstellt. Mit Hilfe unterschiedlicher Symbole sollen Sie Bereiche mit potenziellen Problemen, die überwacht werden müssen, und Bereiche mit schwerwiegenden Problemen, die sofortiger Aufmerksamkeit bedürfen, kennzeichnen. 
  • Finden Sie Möglichkeiten, grüne und natürliche Designlösungen in Ihre Räumlichkeiten zu integrieren, wie z. B. vertikale Gärten (sehen Sie sich diese Schritt-für-Schritt-Tipps von Rocco Forte Hotels an) und Gründächer, die für ein besseres Raumklima, natürliche Klimaregulation und mehr Ruhe sorgen.
  • Holen Sie den Rat von Experten ein, wenn Sie an Renovierungs- oder Bauplänen arbeiten. Diese sollten Erfahrung in Bereichen wie Passivhaus-Design, nachwachsende Rohstoffe und nachhaltige Materialwahl haben.
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  • Das Naturhotel Chesa Valisa im Kleinwalsertal, Österreich, wurde als Bio-Hotel konzipiert. Bereits bei der Baubiologie, einer ganzheitlichen Denkweise in Bezug auf das Bauen, wurden neben den Materialien und der Regionalität auch die Themen Architektur und Ästhetik berücksichtigt. Konkret bedeutete dies: Die Verwendung von natürlichen Baustoffen wie Holz und Lehm; geölte Fußböden; und Vollholz­möbel, Bett­wäsche, Hand­tücher, Tisch­wäsche etc. aus Bio-Materialien.
  • Explorer Hotels, das erste zertifizierte Passivhaus-Hotel Europas, zeigt, wie mit ihrer „Investition für die Zukunft“ an der Umsetzung des Passivhaus-Prinzips in die Praxis gearbeitet wurde. Die wichtigsten Aspekte der Passivhaus-Ausstattung des Hotels können Sie in diesem Erklärvideo sehen. 
  • Das KONCEPT HOTEL in Rottweil (geplante Eröffnung 2026/2027) setzt konsequent auf die Prinzipien des zirkulären Bauens, indem es den bestehenden, denkmalgeschützten Gebäudebestand erhält, aufwertet und für eine langfristige Nutzung sichert. Anstatt neue Ressourcen unnötig zu verbrauchen, wird die Sanierung mit nachhaltigen Materialien durchgeführt. Zudem integriert das Hotel eine hoch energieeffiziente, CO₂-neutrale Hackschnitzelheizung, die aus lokal gewonnenen Holzresten betrieben wird. Durch die Zusammenarbeit mit einem regionalen Partner, der Hackschnitzel aus dem nahegelegenen Neckartal liefert, wird der CO₂-Fußabdruck weiter reduziert. Damit verbindet das Hotel ökologisches Bauen mit einem verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Ihre Ansprechpartner

Quelle: TTG
Alexandra Rittweger
Thüringer Tourismus GmbH

Innovation & Qualität
Themenkoordination Nachhaltigkeit

Das lerne ich hier:

  • Wie kann ich Cradle-to-Cradle-Prinzipien in Bau- und Renovierungsprojekte integrieren?

  • Welche nachhaltigen Materialien und Techniken eignen sich für den Neubau und die Sanierung von Tourismusbetrieben?

  • Wie plane ich ressourcenschonende Gebäude, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch zukunftsfähig sind?

Der nächste Schritt…

…hier lernen Sie, wie man Mitarbeitende und Gäste mitnehmen kann.

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