Inhalt anspringen
Skip NavigationMenü

Ressourcenschutz im Betrieb: Schritt 3

Hofladen Etzdorfer HofQuelle: Thüringer Tourismus GmbH

Umweltbewusste Beschaffung

Da Tourismus einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt und lokale Gemeinschaften hat, kann die Branche durch nachhaltige Beschaffungslösungen ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren, soziale Verantwortung übernehmen und gleichzeitig effizient wirtschaften. Im Allgemeinen bedeutet eine umweltbewusste Beschaffung den Einkauf von umweltfreundlichen, ressourcenschonenden Produkten und Materialien sowie die Auswahl von Lieferanten, die ebenfalls Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

Die Integration umweltbewusster Beschaffung in einen Betrieb reicht von der Auswahl umweltfreundlicher Produkte und zertifizierter Produkte, bis hin zur Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten und Lieferanten, die umweltfreundliche Produktionsmethoden einsetzen. Dieser ganzheitliche Ansatz trägt nicht nur zum Umweltschutz bei, sondern kann auch langfristig zu Kosteneinsparungen führen. Die Hotellerie kann beispielsweise nachhaltig produzierte Lebensmittel, Fair-Trade-Produkte und umweltfreundliche Kosmetikartikel in ihren Betrieb integrieren.

  • Führen Sie eine Bedarfsanalyse im Einkauf durch, diese kann für viele von Vorteil sein. Hier sollte darauf geachtet werden, ob tatsächlich Beschaffungsbedarf besteht oder ob man an bestimmten Stellen einsparen kann. Der Leitfaden der HotellerieSuisse – Kreislaufwirtschaft in der Beherbergung: Leitfaden Kreislaufbeschaffung liefert einen guten Überblick über Rezyklierbarkeit, Dienstleistungsmodell und andere Nachhaltigkeitsaspekte bei der Beschaffung von Fernseher, Frotteewäsche, Kissen und Bettdecken, Möbel, Parkettsystem, Reinigungsmittel, Teppichböden, Vorhänge und Wandfarbe. 
  • Sprechen Sie mit Ihren aktuellen Lieferanten über Möglichkeiten, Produkte mit geringeren Umweltauswirkungen zu beziehen – ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Beschaffung. Da bereits Geschäftsbeziehungen bestehen, kann dieser Austausch besonders produktiv sein und sogar kreative neue Lösungen hervorbringen. Die Ergebnisse der Gespräche lassen sich in Kooperationsverträge integrieren oder in einem zentralen Lieferanten- und Beschaffungskodex festhalten. Dieser dient nicht nur als Richtlinie für nachhaltige Beschaffungsprozesse, sondern bietet auch allen Mitarbeitenden eine klare Orientierung für verantwortungsbewusstes Einkaufen im Unternehmen.
  • Lassen Sie sich von den Informationsangeboten auf Plattformen wie TUTAKA dabei helfen, umweltfreundliche und zertifizierte Alternativen zu finden. Auf dem Vergleichsportal Siegel Klarheit können Sie sich über Zertifizierungen und Siegel für verschiedene Produktgruppen informieren. 
  • Lernen Sie von Ihrem lokalen Netzwerk anderer Hotels und Unternehmen. Nehmen Sie Kontakt zu Unternehmen auf, die bewährte Praktiken anwenden, und holen Sie sich Empfehlungen ein. Dabei können Netzwerke wie das Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit hilfreich sein (hier finden Sie eine Liste der Organisationen in Thüringen).
  • Die Deutsche Hospitality hat im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsanforderungen an Lieferanten Eier aus Freilandhaltung eingeführt und verwendet in ihren europäischen Pacht- und Managementhotels zertifizierten Fairtrade-Kaffee. Darüber hinaus bezieht sie für ihre deutschen und österreichischen Pacht- und Managementhotels Strom aus erneuerbaren Energien. (Sustainable Hospitality Alliance, Responsible Procurement Factsheet*) (PDF)
  • Das Beschaffungsteam von IHG in Schottland hat mit Wäschelieferanten zusammengearbeitet, um die bei ihren Wäschelieferungen verwendete Plastikverpackung durch Kisten und Stoffbeutel zu ersetzen. (IHG Responsible Business Report 2024*) (PDF)

Optimierung der Lieferkette durch lokalen und regionalen Einkauf

Von der Beschaffung von Lebensmitteln für Hotels bis hin zum Angebot von Souvenirs in Touristenattraktionen – jeder Aspekt der Lieferkette bietet Potenzial für Verbesserungen, die sich direkt auf die Rentabilität und das Gästeerlebnis auswirken können.

Besonders die Förderung der regionalen Wertschöpfung durch lokale Beschaffung eröffnet erhebliche Chancen: 

  • Durch gezielte Strategien lassen sich nicht nur Kosten senken – etwa durch kürzere Transportwege und geringeren Verpackungsbedarf –, sondern auch die Qualität der angebotenen Dienstleistungen steigern und die lokale Wirtschaft stärken.
  • Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten trägt zudem dazu bei, das Angebot authentischer und attraktiver zu gestalten. Die Verwendung lokaler Lebensmittel und Ressourcen entfaltet dabei eine dreifache Wirkung: Sie reduziert den eigenen Ressourcenverbrauch, fördert langfristig die Kreislaufwirtschaft und spricht Gäste gezielt an. Schließlich kommen viele Reisende, um eine Region mit allen Sinnen zu erleben – was besonders durch traditionelle und regionale Speisen unterstützt wird.
  • Noch wirkungsvoller wird dieser Ansatz, wenn Sie Ihre regionalen Lieferanten aktiv kommunizieren, wie es beispielsweise das Hotel Metropol in München erfolgreich tut.
  • Hier sind einige Argumente die für lokale und regionale Lieferanten sprechen:
    • Viele Kunden schätzen Herkunft, Qualität und Zubereitung regionaler Produkte (Region Zell am See-Kaprun – Nachhaltige Beschaffung
    • Eine starke regionale Wertegemeinschaft ist ein großer Vorteil als touristischer Betrieb (Tourismusnetzwerk Thüringen – Werte gemeinsam leben, Region gemeinsam gestalten.)
    • Durch die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern können kreative Möglichkeiten entstehen, authentische lokale Identitäten zu präsentieren, die das Markenimage Ihres Unternehmens verbessern.
  • Fangen Sie damit an, bestehende Standards und Zertifizierungskriterien als Benchmarks zu betrachten.
    • Zu den Kriterien des DEHOGA Umweltchecks gehören folgende Anforderungen: Verwendung von 3 (Für das BRONZE-Level) / 4 (SILBER) / mindestens 10 (GOLD) Produkten oder Produktgruppen aus der Region bzw. aus Eigenproduktion
    • Die Kriterien der GreenSign Hotel-Zertifizierung umfassen Anforderungen wie: “Der Einkauf von Produkten und Dienstleistungen für den F&B Bereich des Hotels erfolgt bei Lieferanten im Umkreis ≤ 100 km zum Standort, wenn dies möglich und die Qualität angemessen ist”; “Der Einkauf saisonaler Produkte beträgt mindestens 30% im F&B-Bereich”; und “Das Hotel deklariert und informiert über die Herkunft der Produkte auf der Speisekarte/Getränkekarte”.
    • Das Biohotel Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn aus Thüringen bezieht Produkte des täglichen Bedarfs für den Hotelbetrieb größtenteils lokal und einiges stammt sogar aus eigener Produktion. Der zum Betrieb gehörende Hofladen bietet eine Vielzahl an Schafmilchprodukten, Lammfleisch und Wurstwaren aus eigener Produktion. Das Angebot wird noch durch zahlreiche regionale Produkte aus ökologischer Landwirtschaft wie Honig, Obst und Gemüse, Weine und Naturkosmetik ergänzt.
    • Mit dem Fokus auf regionale und faire Produkte investiert der Breidenbacher Hof in Düsseldorf im Rahmen seiner „Nachhaltigkeitsoffensive“ in die Zusammenarbeit mit lokalen Bauernhöfen und Produzenten. Das Herzstück der nachhaltigen, lokalen Lieferkette des Breidenbacher Hofs ist der persönliche Kontakt zu den einzelnen Lieferanten, um deren Geschichten und Leidenschaften kennenzulernen.
    • Neben der eigenen Produktion, der Aufzucht und dem Anbau von Lebensmitteln bezieht das Naturhotel Rainer aus Südtirol regionale Lebensmittel von ihren “Naturpartnern”. Das Ziel war es, gemeinsam mit Partnern aus der Region das Angebot an Naturprodukten zu erweitern. So entstand eine Zusammenarbeit mit regionalen Naturproduzenten, die sich für eine Zukunft ohne Massentierhaltung und für naturbelassene Produkte ohne jegliche Spritzmittel einsetzen.

Ihre Ansprechpartner

Quelle: TTG
Alexandra Rittweger
Thüringer Tourismus GmbH

Innovation & Qualität
Themenkoordination Nachhaltigkeit

Das lerne ich hier:

  • Wie kann ich durch Kreislaufwirtschaft Abfälle vermeiden und Ressourcen effizienter nutzen?

  • Welche Vorteile bietet der regionale Einkauf für meinen Betrieb und die Umwelt?

  • Wie integriere ich nachhaltige Beschaffungsstrategien in meinen Betriebsalltag?

Der nächste Schritt…

… hier erfahren Sie mehr über das Cradle-to-Cradle Prinzip und Umweltbewusstes Bauen und Renovieren.

Teilen über: