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Gästebefragung Thüringen: Sonderauswertung Kurorte und Heilbäder

Eine Sonderauswertung der landesweiten Gästebefragung 2023/2024 zeigt: Thüringens Heilbäder und Kurorte sind nicht nur beliebte Reiseziele. Sie überzeugen auch mit ihren Angeboten und können auf ein treues Gästeklientel bauen. Gleichzeitig zeigt die Befragung, wo weiteres Entwicklungspotenzial liegt.

Kurort-Gäste sind gebildet, lebenserfahren und anspruchsvoll

Für die Sonderauswertung „Heilbäder und Kurorte“ wurden die Antworten von rund 500 Privatreisenden untersucht, die zwischen dem 1. Mai 2023 und dem 20. Mai 2024 an der schriftlichen Gästeumfrage im Freistaat teilgenommen hatten und angaben, in einem Kurort übernachtet zu haben. Im Schnitt waren die befragten Gäste über 57 Jahre alt. Mehr als ein Drittel der Urlauber reiste aus gesundheitlichen Gründen. Zudem haben auffällig viele Gäste einen akademischen Hintergrund und führen einen gehobenen Lebensstil. Es ist eine Zielgruppe mit ausgeprägtem Qualitätsbewusstsein.

Gesundheitsvorsorge wie hier beim Yoga in Stützerbach ist ein wichtiges Motiv für einen Aufenthalt im KurortQuelle: Tino Sieland
Gesundheitsvorsorge wie hier beim Yoga in Stützerbach ist ein wichtiges Motiv für einen Aufenthalt im Kurort

Gästezufriedenheit hoch – aber auch Potenziale klar benannt

Die Analyse zeigt zudem: Naturerlebnis ist das zweitwichtigste Reisemotiv direkt nach gesundheitlicher Erholung. In den Kurorten steht bei der Mehrheit der Urlauber vor allem das Wandern im Mittelpunkt. Das geben mit 75 Prozent sogar mehr Befragte an als in Thüringen insgesamt. Thermen, Schwimm- und Erlebnisbäder werden in den Kurorten häufiger genutzt als in Orten ohne Prädikat. Dabei zeigten sich die Befragten mit den Wasserwelten sehr zufrieden (Note 1,7). Am meisten überzeugte sie die ortstypische Küche in den Kurorten (Note 1,5). Deutlich besser als im landesweiten Vergleich schneiden die Kurorte bei der Bewertung von Wander- und Radwegen ab. E-Bike-Fahrer allerdings sind weniger zufrieden (Note 2,6). Nachholbedarf gibt es ebenso bei den Mobilitätsangeboten (Note 2,6) und der Barrierefreiheit vor Ort (Note 2,7) sowie bei den Shopping-Möglichkeiten (Note 2,2) und beim gastronomischen Angebot für Vegetarier (Note 3,1).

Thermalbäder, wie die Ardesia-Therme in Bad Lobenstein, sind wichtiger Baustein eines Kuraufenthaltes aus Sicht der GästeQuelle: Tino Sieland
Thermalbäder, wie die Ardesia-Therme in Bad Lobenstein, sind wichtiger Baustein eines Kuraufenthaltes aus Sicht der Gäste

Reiseplanung: digital und persönlich – Vertrauen als Schlüssel

Persönliche Empfehlungen sind im Gesundheitsurlaub entscheidend. Ein Drittel der Befragten nannte Verwandte oder Bekannte als zentrale Inspirationsquelle für ihren Aufenthalt. In der Phase der gezielten Informationssuche ist das Internet der wichtigste Kanal: 56 Prozent der Gäste haben sich vor ihrer Reise auf der Internetseite des Ortes informiert, 45 Prozent über die Website der Region. Gebucht wurde meist direkt beim Gastgeber. Das zeigt, wie wichtig eine Kombination aus persönlichen Empfehlungen und einer guten Auffindbarkeit im Internet ist – am besten mit der Möglichkeit, einfach und direkt zu buchen.

Digitale Technik spielt bei der Buchung und bei den Gesundheitsanwendungen eine immer größere Rolle, so auch beim Hydrojet im Vitalpark HeiligenstadtQuelle: Tino Sieland
Digitale Technik spielt bei der Buchung und bei den Gesundheitsanwendungen eine immer größere Rolle, so auch beim Hydrojet im Vitalpark Heiligenstadt

Umwelt- und Klimaverträglichkeit gewinnt an Bedeutung

Umwelt- und Klimaverträglichkeit spielen eine zunehmend wichtige Rolle – besonders unter den gesundheitsorientierten Gästen. 73 Prozent gaben an, bei der Reiseplanung auf diese Faktoren zu achten. Genau in diesem Feld wollen die Thüringer Kurorte mehr Verantwortung übernehmen und sich als zukunftsorientierte Destinationen positionieren. Im Rahmen des vom Thüringer Umweltministerium geförderten Projektes „Auf dem Weg zum klimaneutralen Kurort“ ermitteln vier Kurorte modellhaft den durch Tourismus und Kurbetrieb verursachten CO2-Ausstoß – als Grundlage für passgenaue Klimaschutzmaßnahmen.

Gäste wollen wiederkommen

Besonders erfreulich für die Thüringer Kurorte: Die Gäste wollen wiederkommen. 94 Prozent der Gesundheitsurlauber gaben an, in den nächsten drei Jahren erneut einen privaten Aufenthalt an ihrem Reiseziel verbringen zu wollen. Mit einem Mittelwert von 1,5 auf einer Skala von 1 („ganz sicher“) bis 6 („sicher nicht“) lag dieser Wert sogar noch über dem Landesmittel von 1,7. Ebenso positiv: Die Wahrscheinlichkeit, dass Gäste den Kurort weiterempfehlen, liegt in den Kurorten bei 1,3 – ebenfalls deutlich besser als das Thüringen-Gesamtergebnis (1,4).

Zentrale Impulse für Zukunft der Heilbäderregion

Trotz der hohen allgemeinen Zufriedenheit, zeigen die teilweise kritischen Bewertungen, wo die Herausforderungen in der Entwicklung der Kurorte liegen: die Aufenthaltsqualität in den Orten, die Barrierefreiheit und die gastronomischen Angebote stehen weit oben auf der Aufgabenliste. Besonders erfreulich ist, dass die Gäste die Thermen sowie die Rad- und Wanderangebote so herausragend bewerten. Das bestätige die konsequente Qualitätsarbeit vor Ort.

Insgesamt liefern die Ergebnisse wertvolle Impulse, um Thüringens Kurorte als moderne, klimabewusste und qualitätsorientierte Gesundheitsdestinationen weiter zu stärken.

Ihr Ansprechpartner

Rainer Engelhardt
Thüringer Heilbäderverband e.V.

Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit / Marketing

+49 36461877802
 
 
 
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