Sichtbarkeit & Buchbarkeit im digitalen Raum
Wie können Beherbergungsbetriebe im Altenburger Land auch in einer zunehmend digital geprägten Reisewelt sichtbar bleiben? Welche Rolle spielen dabei Suchmaschinen, KI-Anwendungen und zentrale touristische Datenplattformen? Und wie lässt sich aus digitaler Sichtbarkeit letztlich eine konkrete Buchung entwickeln? Diesen Fragen widmete sich der Beherbergungsstammtisch des Tourismusverbandes Altenburger Land e.V. am 31. August 2026 im HOLZ CAFÉ Nitzschka in Schmölln-Nitzschka.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema „Buchbarkeit von Beherbergungsbetrieben und weitere Möglichkeiten der ThüCAT“. Zahlreiche Entwicklungen im Reiseverhalten zeigen, dass sich die Suche nach Unterkünften zunehmend verändert. Gäste informieren sich längst nicht mehr ausschließlich über klassische Suchmaschinen oder die Websites einzelner Anbieter. Auch KI-Anwendungen, digitale Reiseassistenten und sprachgesteuerte Systeme spielen bei der Inspiration und Reiseplanung eine immer größere Rolle. Für Gastgeberinnen und Gastgeber stellt sich damit eine zentrale Frage: Sind die eigenen Angebote digital so aufbereitet, dass sie von diesen Systemen überhaupt gefunden und berücksichtigt werden können?
Digitale Sichtbarkeit beginnt bei gut gepflegten Daten
Als Referent des Stammtisches gab Detlef Klinge von der Thüringer Tourismus GmbH Einblicke in die Möglichkeiten der ThüCAT, der zentralen touristischen Content-Architektur für Thüringen. In seinem Vortrag zeigte er auf, welche Bedeutung strukturierte, aktuelle und qualitativ hochwertige Daten für die digitale Auffindbarkeit touristischer Angebote haben.
Dabei wurde deutlich: Eine ansprechende Unterkunft allein reicht im digitalen Wettbewerb nicht mehr aus. Ebenso wichtig ist es, dass Informationen zu einem Beherbergungsbetrieb vollständig und maschinenlesbar zur Verfügung stehen. Dazu gehören beispielsweise Angaben zur Ausstattung, Lage, Zielgruppe, Erreichbarkeit und zu konkreten Leistungen ebenso wie hochwertige Bilder, aktuelle Kontaktdaten und weiterführende Buchungsinformationen.
Die ThüCAT verfolgt dabei den Ansatz, touristische Inhalte zentral zu erfassen und für unterschiedliche digitale Ausgabekanäle nutzbar zu machen. Das Prinzip „einmal pflegen, überall sichtbar“ soll Gastgeberinnen und Gastgeber dabei unterstützen, ihre Daten effizient bereitzustellen und gleichzeitig deren Reichweite zu erhöhen.
Wenn Suchmaschinen und KI zur Reiseberatung werden
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie sich die touristische Informationssuche durch Künstliche Intelligenz verändert. Wer heute nach einer Unterkunft sucht, gibt nicht mehr zwangsläufig nur Begriffe wie „Hotel Altenburger Land“ oder „Ferienwohnung Schmölln“ in eine Suchmaschine ein. Zunehmend werden konkrete Fragen formuliert – beispielsweise nach einer familienfreundlichen Unterkunft, einem ruhigen Übernachtungsort oder einem passenden Ausgangspunkt für einen Aufenthalt in der Region.
Digitale Systeme können jedoch nur auf diejenigen Informationen zurückgreifen, die online strukturiert und verlässlich verfügbar sind. Für Gastgeber bedeutet das: Die Qualität der eigenen Daten entscheidet immer stärker darüber, ob ein Angebot in digitalen Such- und Empfehlungssystemen überhaupt berücksichtigt werden kann.
Detlef Klinge machte deutlich, dass die ThüCAT hier eine wichtige Grundlage schafft. Durch die strukturierte Aufbereitung touristischer Inhalte können Informationen nicht nur auf klassischen Tourismusseiten ausgespielt, sondern perspektivisch auch von weiteren digitalen Anwendungen und Systemen genutzt werden.
Von der Auffindbarkeit zur Buchbarkeit
Neben der Sichtbarkeit spielte beim Stammtisch insbesondere die konkrete Buchbarkeit eine wichtige Rolle. Denn für Gäste endet die digitale Reiseplanung idealerweise nicht bei der Information über eine Unterkunft. Wer ein passendes Angebot gefunden hat, erwartet zunehmend auch eine unkomplizierte Möglichkeit zur direkten Buchung.
Im Austausch mit den Teilnehmenden wurden daher verschiedene Buchungs- und Website-Lösungen sowie deren Einbindung in die touristische Vermarktung Thüringens thematisiert. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie Gastgeberinnen und Gastgeber ihre Angebote digital so aufstellen können, dass zwischen Inspiration, Information und Buchung möglichst wenige Hürden entstehen.
Praxisimpulse vom Gastgeber
Neben den digitalen Themen bot der Beherbergungsstammtisch auch Gelegenheit, den Veranstaltungsort und das Angebot des Gastgebers näher kennenzulernen. Mario Ebert von der Tischlerei Ebert stellte den Teilnehmenden sein vielfältiges Leistungsspektrum vor.
Dieses reicht vom individuellen Möbelsonderbau über komplette Zimmereinrichtungen bis hin zur Gestaltung von Gasträumen. Darüber hinaus präsentierte er nachhaltige Naturschlafsysteme, die auf ein gesundes und hochwertiges Schlafumfeld ausgerichtet sind. Gerade für Beherbergungsbetriebe ergeben sich daraus interessante Anknüpfungspunkte – etwa bei der individuellen Gestaltung von Gästezimmern, der Modernisierung bestehender Räumlichkeiten oder der stärkeren Profilierung des eigenen Hauses über Themen wie Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Schlafkomfort.
Damit verband der Stammtisch digitale Fragestellungen mit ganz praktischen Impulsen für die Weiterentwicklung touristischer Angebote.
Austausch, Orientierung und neue Denkanstöße
Neben den Fachvorträgen stand auch der persönliche Austausch zwischen den Teilnehmenden im Mittelpunkt. Die Veranstaltung bot Raum, eigene Erfahrungen einzubringen, Fragen zu stellen und aktuelle Herausforderungen im Beherbergungsbereich gemeinsam zu diskutieren.
Der Beherbergungsstammtisch machte dabei deutlich, dass digitale Sichtbarkeit und Buchbarkeit längst keine reinen Technikthemen mehr sind. Sie entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil der Angebots- und Vermarktungsstrategie eines Beherbergungsbetriebes. Wer seine Daten aktuell hält, digitale Vertriebsmöglichkeiten nutzt und die eigene Online-Präsenz konsequent aus Sicht der Gäste betrachtet, schafft wichtige Voraussetzungen, um auch künftig gefunden und gebucht zu werden.
Der Nachmittag im HOLZ CAFÉ Nitzschka bot den teilnehmenden Gastgeberinnen und Gastgebern damit nicht nur Einblicke in aktuelle digitale Entwicklungen, sondern auch konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung des eigenen Betriebs. Zugleich zeigte sich erneut der Wert des Beherbergungsstammtisches als Plattform für Information, Erfahrungsaustausch und Vernetzung innerhalb der Tourismusbranche im Altenburger Land.




























