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Digitalisierung der DMO – Ergebnisse des DigitalMonitors 2025

Quelle: Thüringer Tourismus GmbH

DigitalMonitor

Der DigitalMonitor untersucht den Stand der Digitalisierung in deutschen Tourismusdestinationen. Dabei werden sowohl der Nutzen für Gäste als auch der Digitalisierungsfortschritt der Organisation betrachtet. Grundlage ist eine Befragung von Tourismusorganisationen der Landes-, regionalen und lokalen Ebene. Neben der Landesebene haben neun regionale und je nach Fragestellung 22 bzw. 25 lokale Tourismusorganisationen teilgenommen. Der Erhebungszeitraum lag zwischen April und Juni 2025.

Land und Regionen digital eher gut aufgestellt, lokal noch häufiger Potenziale

In Thüringen schätzen die befragten Tourismusorganisationen ihre digitale Aufstellung je nach Ebene unterschiedlich ein. Die landesweite DMO sieht sich eher gut aufgestellt, auch auf regionaler Ebene fällt die Selbsteinschätzung überwiegend positiv aus, wenngleich rund ein Fünftel Nachholbedarf signalisiert. Auf lokaler Ebene ist das Bild deutlich gemischter, da sich gut die Hälfte positiv bewertet, sich zugleich aber fast ebenso viele DMO eher schlecht bis sehr schlecht digital aufgestellt sehen.

Selbsteinschätzung: Wie gut fühlen Sie sich mit Ihrer Tourismusorganisation digital aufgestellt?Quelle: dwif

Ähnliche Handlungsfelder und Nachholbedarfe auf allen Ebenen

Ausgehend von der Selbsteinschätzung zeigen sich bei der Digitalisierung konkrete Handlungsfelder und Nachholbedarfe.

  • Auf Landesebene stehen in Thüringen vor allem die Digitalisierung von Workflows und Arbeitsprozessen, Datenschutz und Datensicherheit sowie die strategische Planung von Digitalisierungsmaßnahmen im Fokus.
  • Auch auf regionaler Ebene werden interne Workflows und strategische Planung als zentrale Handlungsfelder genannt. Hinzu kommen die digitale Buchbarkeit von Angeboten und Produkten, die Strukturierung und Bereitstellung von Daten sowie die Umsetzung digitaler Marketing- und Vertriebskonzepte. Vereinzelt werden zudem Potenziale bei Website und Social Media, der digitalen Vernetzung mit Partnerinnen und Partner und dem Ausbau von Know-how gesehen.
  • Auf lokaler Ebene ist die digitale Buchbarkeit von Angeboten und Produkten das wichtigste Handlungsfeld. Gleichzeitig bleibt auch hier, wie auf Landes- und Regionalebene, die Digitalisierung von Workflows und Arbeitsprozessen ausbaufähig. Auch der Optimierung der Website und der Social-Media-Aktivitäten kommt eine vergleichsweise hohe Bedeutung zu.
Wo sehen Sie in Bezug auf die Digitalisierung Ihrer Organisation den größten Handlungs-/Nachholbedarf?Quelle: dwif

Facebook und Instagram dominieren die Social-Media-Kommunikation

Mehr als drei Viertel der Tourismusorganisationen in Thüringen nutzen Social-Media-Kanäle sowohl zur Ansprache touristischer Zielgruppen als auch zur Information der Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Themen. Eine ausschließliche Ansprache touristischer Zielgruppen kommt auf regionaler und lokaler Ebene eher selten vor; ein vollständiger Verzicht nur auf lokaler Ebene bei 14 % der Organisationen.

Facebook, Instagram und YouTube werden auf Landesebene sowie von allen DMO auf regionaler Ebene genutzt. Auch auf lokaler Ebene zählen Facebook und Instagram zu den wichtigsten Kanälen, während YouTube dort eine deutlich geringere Rolle spielt. WhatsApp ist bei lokalen DMO deutlich stärker verbreitet, wird aber auch von regionalen Tourismusorganisationen genutzt. TikTok kommt ausschließlich auf regionaler Ebene zum Einsatz und ist dort bei rund einem Drittel der Organisationen etabliert. Pinterest wird zusätzlich auf Landes- und regionaler Ebene genutzt.

Social-Media-Nutzung der DMOs nach EbenenQuelle: dwif

Digitale Datenerfassung von Gästezahlen oder Bewegungsdaten bislang noch wenig verbreitet

Die automatische Erfassung von Gästezahlen, Bewegungsdaten und weiteren Informationen mithilfe technischer Systeme oder digitaler Tools ist in Thüringen bislang noch wenig verbreitet. Auf regionaler Ebene werden solche Systeme häufiger eingesetzt als auf lokaler Ebene. Ein Drittel der Tourismusorganisationen auf lokaler Ebene gaben an, dass solche Erhebungen bislang nicht stattfinden. Besonders verbreitet sind Zählungen in touristischen Betrieben und in Touristinformationen. Ein Drittel der regionalen DMO zählt zudem bei Veranstaltungen und Events sowie auf Wander- oder Radwegen, während diese Ansätze lokal deutlich seltener sind. Bewegungsdaten werden von einem Fünftel der regionalen DMO und 14 % der lokalen DMO über Gäste- oder Mobilitätskarten erfasst. Mobilfunkdaten werden bereits von einem Drittel der regionalen Organisationen ausgewertet.

Organisatorische Verankerung von Digitalisierung auf regionaler und lokaler Ebene ausbaubar

Neben technischen Lösungen spielt auch die organisatorische Verankerung von Digitalisierung eine wichtige Rolle, die je nach Ebene unterschiedlich weit fortgeschritten ist. Auf Landesebene ist eine entsprechende Arbeitsgruppe zum Thema Digitalisierung im Tourismus vorhanden. Während auf regionaler Ebene rund zwei Drittel der Tourismusorganisationen keine entsprechende Arbeitsgruppe haben, trifft dies auf lokaler Ebene auf 36 % der Organisationen zu.

Fehlende finanzielle und personelle Ressourcen bremsen die Digitalisierung

Über alle Ebenen hinweg werden fehlende finanzielle Mittel und fehlende personelle Ressourcen als größte Hürden bei der Einführung und Nutzung digitaler Instrumente genannt. Weitere zentrale Hemmnisse sind konkurrierende Prioritäten im Tagesgeschäft sowie fehlendes Know-how bzw. mangelnde Digitalisierungskompetenz. Ebenfalls auf allen Ebenen relevant, wenn auch weniger stark ausgeprägt, sind die Qualität des Contents der Betriebe, Schwierigkeiten bei der Klärung von Rechten und Lizenzen für die Content-Nutzung sowie Unkenntnis über Fördermittel. Auf regionaler und lokaler Ebene kommen zudem fehlende strategische Grundlagen bzw. ein fehlender Fahrplan, Abhängigkeiten von technischen Verwaltungsstrukturen, teils geringe Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem Thema, Überforderung oder Ängste, Unklarheiten bei der Umsetzung der DSGVO sowie Defizite in der Netzabdeckung hinzu. Einzelne Organisationen verweisen außerdem auf fehlenden Dialog und Erfahrungsaustausch, mangelnden Zugang zu Aus- und Weiterbildungsangeboten sowie einen langsamen Wissenstransfer. Auf lokaler Ebene fühlen sich Organisationen darüber hinaus durch fehlende Unterstützung übergeordneter Stellen gehemmt.

Zentrale Hürden beim Einsatz digitaler Instrumente in TourismusorganisationenQuelle: dwif

Auch bei den touristischen Betrieben zeigen sich aus Sicht der DMO weitere Digitalisierungsbedarfe. 55 % der Tourismusorganisationen auf regionaler Ebene sowie 46 % auf lokaler Ebene schätzen, dass die Betriebe in ihrer Region online und direkt buchbar sind. Für die Betriebe besteht damit insbesondere bei digitalen Vertriebs- und Buchungssystemen weiterhin Nachholbedarf. Auch die Erstellung und Pflege digitaler Inhalte bleibt ein zentrales Handlungsfeld. Weitere Entwicklungspotenziale bestehen bei der digitalen Sichtbarkeit, bei digitalen Informationsangeboten für Gäste sowie bei einem stärkeren digitalen Selbstverständnis der Betriebe. Auch bei grundlegenden digitalen Kompetenzen und der Integration digitaler Lösungen ins eigene Angebot bleibt Luft nach oben.

Webanalyse und Social Media sind zentrale Datenquellen

Für die strategische Weiterentwicklung der Destination gewinnen digital generierte Daten zunehmend an Bedeutung. Auf Landesebene werden digital generierte Daten bereits gezielt ausgewertet, um aktuelle und potenzielle Gäste zu analysieren. Genutzt werden dafür insbesondere Daten aus Buchungssystemen, Social Media sowie der Webseiten-Analyse bzw. Google Analytics. Auf regionaler Ebene kommen weitere Datenquellen hinzu, darunter der Content Reach Report von Outdooractive und Destinations-Apps. Auf lokaler Ebene sind GästeCards bzw. Kurkarten am stärksten vertreten. Gleichzeitig werten auf lokaler Ebene 28 % keine digital generierten Daten gezielt aus.

KPI-Wissen auf lokaler Ebene noch ausbaufähig

Auf Landesebene besteht bereits anwendungsfähiges Wissen zu digitalen Kennzahlen. Auf regionaler Ebene zeigt sich ein differenziertes Bild. Ein Drittel der Tourismusorganisationen verfügt über sehr gute Kenntnisse. Ein weiteres Drittel kennt zwar die wichtigsten KPIs, hat aber noch Schwierigkeiten bei Auswertung und Interpretation. Das übrige Drittel hat erste Erfahrungen gesammelt und benötigt weitere Schulungen. Bei den lokalen DMO ist der Kenntnisstand deutlich geringer ausgeprägt. Die Mehrheit hat erste Erfahrungen und weiteren Schulungsbedarf, während rund ein Viertel bislang gar keine Erfahrung mit digitalen Kennzahlen hat.

Open Data scheitert vor allem an Ressourcen und Unsicherheiten

Der Nutzen von Open Data für den Tourismus wird auf allen Ebenen erkannt, zugleich bestehen weiterhin Herausforderungen bei Datenqualität und Bereitstellung. Bei der Umsetzung von Open Data sehen Tourismusorganisationen vor allem mangelnde personelle und finanzielle Ressourcen als zentrales Hemmnis. Weitere Hürden liegen je nach Ebene in fehlender Sensibilisierung, mangelndem Interesse, fehlendem Know-how im Team sowie in Widerständen von Partnerinnen und Partner oder Datenlieferanten. Hinzu kommen rechtliche und organisatorische Unsicherheiten, fehlende technische Standards oder Schnittstellen sowie auf regionaler und lokaler Ebene deutlich ausgeprägte Datenschutz- und Datensicherheitsbedenken. Auf regionaler und lokaler Ebene konkurriert Open Data zudem mit anderen Themen und Projekten.

Lokale Ebene mit größten Lücken in der Datenpflege

Bei der Datenpflege zeigt sich ein deutliches Gefälle zwischen den Ebenen.

  • Auf Landesebene werden die regelmäßige Schulung der Datenpflegenden und deren Anwendungssicherheit sehr positiv eingeschätzt. Auch die regelmäßige und qualitativ hochwertige Datenpflege durch Partnerinnen und Partner wird stark eingeschätzt. Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen für Partnerinnen und Partner sind ebenfalls deutlich ausgeprägt. Weniger stark ist dagegen der Einfluss darauf, ob Partnerinnen und Partner die Vorgaben zur Datenqualität tatsächlich berücksichtigen.
  • Auf regionaler Ebene fallen Schulung und Sensibilisierung überwiegend positiv aus, auch der Einfluss auf Partnerinnen und Partner wird mehrheitlich gesehen, während die regelmäßige und verlässliche Datenpflege durch diese weniger gesichert erscheint.
  • Auf lokaler Ebene bestehen die größten Lücken, da nur ein kleinerer Teil Schulungen und Sensibilisierungen aktiv umsetzt und die Mehrheit wenig Einfluss auf Datenpflege und -qualität der Partnerinnen und Partner sieht.

Die unterschiedliche Nähe zum Thema Daten zeigt sich auch daran, wie bekannt das Knowledge-Graph-Projekt der DZT ist. Während die Landesebene und die regionale Ebene mit dem Knowledge-Graph-Projekt der DZT bereits weitgehend vertraut sind, ist es auf lokaler Ebene noch vergleichsweise wenig bekannt. Dort kennt nur rund ein Viertel das Projekt detailliert, ein weiteres Drittel hat zumindest davon gehört und 40 % kennen es bislang gar nicht. KI wird künftig als wichtige Unterstützung bei der Datenpflege touristischer Inhalte gesehen und häufig auch als zentrale Lösung für bestehende Herausforderungen in diesem Bereich eingeschätzt.

Ausblick

In Thüringen besteht auf allen Ebenen noch Nachholbedarf bei der Digitalisierung. Am stärksten ist dies auf der lokalen Ebene der Fall, wo fehlende finanzielle Mittel und personelle Ressourcen die Digitalisierung häufig bremsen. Auch auf regionaler Ebene sind es vor allem diese zwei Faktoren. Handlungsfelder mit dem größten Nachholbedarf sind Workflows, strategische Planung sowie die digitale Buchbarkeit von Angeboten auf regionaler und lokaler Ebene. Die digitale Datenerfassung ist bislang wenig verbreitet und beschränkt sich häufig auf klassische Besuchendenzählungen. Zudem ist das Thema Digitalisierung bei vielen DMO organisatorisch noch nicht verankert. Vor allem lokale DMO benötigen Unterstützung und Orientierung beim Thema Digitalisierung. Dazu gehört, Know-how zu vermitteln und Hürden wie Überforderung, Ängste und Unklarheiten abzubauen. Insbesondere auf lokaler Ebene bestehen Wissenslücken zu digitalen Kennzahlen und zum Knowledge Graph. Schulungen zum DZT Knowledge Graph können helfen, Anwendungsmöglichkeiten und Wege zur Bereitstellung eigener Daten besser zu verstehen. Auch bei touristischen Betrieben besteht Nachholbedarf: Viele Angebote sind noch nicht digital buchbar. Die digitale Buchbarkeit sollte daher konsequenter gestärkt werden und Betriebe diesbezüglich von den Tourismusorganisationen beraten werden.

Den gesamten Newsletter zum Download:

4/2026: DigitalMonitor (246.2 KiB)



Autor/-in: Mareike Sager
Thüringer Tourismus GmbH
Umsetzungsmanagement
Telefon: +49 361 3742238
Email: m.sager@thueringen-entdecken.de

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