ⓘQuelle: Marco Fischer | TTGDie Thüringer Museen bleiben ein bedeutender Anziehungspunkt für Gäste im Freistaat: Rund vier Millionen Besuche wurden im Jahr 2025 in den etwa 240 Mitgliedsmuseen des Museumsverbandes Thüringen gezählt. Damit knüpfen die Häuser an das stabile Niveau der vergangenen Jahre an und unterstreichen zudem ihre Relevanz für den Tourismus, wenn auch mit regionalen und lokalen Unterschieden.
Für touristische Akteure zeigt sich deutlich: Museen sind verlässliche Besuchsanlässe und wichtige Bausteine für die Angebotsgestaltung – sowohl in Städten als auch im ländlichen Raum.
Ein wesentlicher Treiber der positiven Entwicklung war 2025 die Thüringer Landesausstellung „freiheyt 1525 – 500 Jahre Bauernkrieg“. Besonders in Nordthüringen profitierten die Museen deutlich von der erhöhten Aufmerksamkeit. So konnten die Museen in Mühlhausen ihre Besuchszahlen nahezu verdoppeln. Auch das Panorama Museum Bad Frankenhausen sowie das Regionalmuseum Bad Frankenhausen verzeichneten spürbare Zuwächse. Die Landesausstellung hat damit die Wahrnehmung einer ganzen Region gestärkt und zusätzliche Reiseanlässe geschaffen. Gelungen ist dies aufgrund der intensiven Zusammenarbeit der Museen mit den regionalen Touristikerinnen und Touristikern und der Thüringer Tourismus GmbH.
Angeführt wird die Statistik von den Zahlen der Klassik Stiftung Weimar (642.549 Besucherinnen & Besucher), gefolgt von der Wartburg-Stiftung Eisenach (460.963) und den Museen der Landeshauptstadt Erfurt (274.997). Die Museen der beiden Austragungsorte der Landesausstellung brachten es gemeinsam auf rund 148.000 Besuchende. Zu den Top Ten zählen die Museen der Friedenstein Stiftung Gotha (153.223), Stiftung Leuchtenburg Seitenroda (91.669) und das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt (77.735).
„Die Besuchszahlen zeigen, wie groß das Interesse an den Thüringer Museen ist. Sie sind und bleiben unentbehrliche Orte der Bildung, des Austauschs und der regionalen Identität“, betont Dr. Roland Krischke, Präsident des MVT.
Der Aspekt als außerschulischer Lernort bleibt ein wichtiger Bestandteil der Museumsarbeit, spielt für die touristische Vermarktung jedoch eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch zeigt er die Vielseitigkeit der Einrichtungen und ihre Bedeutung für unterschiedliche Zielgruppen. Dass Museen neben dem Kultur- und Bildungsauftrag eine zentrale Funktion rund um den Tourismus erfüllen, belegen die zahlreichen Kooperationen mit touristischen Akteuren. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt zudem im erweiterten Angebot der Museen: Sonderführungen, Workshops und vielfältige Vermittlungsformate steigern nicht nur die Attraktivität, sondern erreichen neue Zielgruppen. Die Häuser leisten damit weit mehr als klassischen Museumsbetrieb. Mit Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerten, Diskussionsrunden sowie Märkten und Festen entwickeln sie sich zu lebendigen Orten und zu wichtigen Anziehungspunkten im touristischen Angebot.
Trotz stabiler Nachfrage bestehen weiterhin Herausforderungen, führte Dr. Roland Krischke in der Pressekonferenz aus. Dazu zählen unter anderem eingeschränkte Erreichbarkeit im öffentlichen Verkehr – insbesondere im ländlichen Raum – sowie personelle und finanzielle Rahmenbedingungen. Diese Aspekte sind nicht nur für den Fortbestand der Museen relevant, sondern auch für langfristige und verlässliche Kooperationen mit touristischen Akteuren.
2026 rücken die Thüringer Museen und der Thüringer Tourismus weiter zusammen. Ein wichtiger Ansatz ist der gemeinsame, zentrale Veranstaltungskalender zum Internationalen Museumstag am 17. Mai 2026. Gerade für Museen im ländlichen Raum bietet dieser Tag zusätzliche Sichtbarkeit – ein Potenzial, das der Kalender auf der Website des Museumsverbandes Thüringen bereits jetzt erkennen lässt.
Quelle: Website des Museumsverband Thüringen e. V.
Hallo,
ich habe den Artikel mit großen Interesse gelesen. Rund 4 Mio. Besucher – das sind noch einmal knapp 140.000 Gäste mehr, als im vergangenen Jahr. Aber wo kommt das Wachstum her?
Die meisten Museen, mit denen ich spreche, klagen über sinkende Besucherzahlen. Und im Vergleich zur Pressemeldung aus dem vergangenen Jahr liegen auch die KSW (-50.000), die Wartburg (-20.000) und die Leuchtenburg (-1.000) im Minus.
Beruht das Wachstum tatsächlich nur auf der erfolgreichen Landesausstellung?
Hallo & Danke für die Frage.
Der Beitrag ist in Kooperation mit dem MVT entstanden. Es handelt sich hier um einen Querschnitt. Es gab „Gewinner“ und „Verlierer“. Auf die gesamte Museumslandschaft in Thüringen betrachtet, sind die Besuchszahlen 2025 gestiegen, aber eben leider nicht in allen Thüringer Museen.