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Tagesreisen & Freizeitwirtschaft 2025

Quelle: Thüringer Tourismus GmbH

Tagesreisen: Hohe Bedeutung, wenig Bewegung

2025 fanden 466,5 Mio. Tagesreisen in Ostdeutschland statt, ein Plus von 4,8 % gegenüber dem Vorjahr und noch 2 % weniger als 2019. Mit einem Bruttoumsatz von knapp 13,9 Mrd. € ist der Tagestourismus ein wichtiger Pfeiler der Branche in Ostdeutschland und trägt zur kontinuierlichen Auslastung vieler Einrichtungen und Angebote bei. Bei den Aktivitäten liegen Outdoor-Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren nach wie vor hoch im Trend. Bundesweit hält die Zurückhaltung bei den Tagesausflügen wie schon in den Vorjahren an. Lediglich im Frühsommer 2025 mit vielen langen Wochenenden und im August lag die Tagesreiseintensität auf einem auch mittelfristig hohen Niveau. Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dämpfen weiterhin die Ausflugslust. Ende 2025 gaben jeweils ein Drittel der Deutschen an, weniger Tagesausflüge zu unternehmen oder weniger ausgeben zu wollen bzw. kostenintensive Ausflüge zu reduzieren. Dies sind Werte, die sich nun schon über zwei Jahre stabil halten.

Tagesausflugsintensität 2025Quelle: dwif

Thüringer Freizeiteinrichtungen erneut mit Zuwächsen

Die Besuchendenzahlen in Thüringens Freizeiteinrichtungen sind 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent gestiegen. In Ostdeutschland insgesamt blieb die Entwicklung stabil, über alle am Monitoring beteiligten Bundesländer hinweg wurde ein Zuwachs von 1,4 Prozent verzeichnet. Ein Blick auf den Saisonverlauf zeigt, dass Thüringen in acht Monaten höhere Werte als im Vorjahr erreichte. Besonders dynamisch entwickelten sich die besucherstarken Monate Mai, Juni und August, die jeweils zweistellige Wachstumsraten aufwiesen. Zudem legten die Besuchendenzahlen auch im Zeitraum von Oktober bis Dezember nochmals zu. Hier lag das Plus bei drei bis vier Prozent.

Besucherzahlen der Freizeiteinrichtungen in Thüringen 2025Quelle: dwif

Die Kategorien im Detail:

  • Die Museen und Ausstellungen in Thüringen entwickelten sich 2025 besonders dynamisch. Mit +11,4 % mehr Besuchenden als im Vorjahr waren sie die erfolgreichste Kategorie und schnitten besser ab, als der Durchschnitt aller am Monitoring teilnehmenden Museen und Ausstellungen. Auch das Jahresende sorgte noch einmal für ein Plus. Im Oktober und Dezember wurden zweistellige Wachstumsraten erzielt. Zu diesem Erfolg hat auch die Thüringer Landesausstellung „freiheyt 1525 – 500 Jahre Bauernkrieg“ sowie eine besucherstarke Sonderveranstaltung in einer Einrichtung beigetragen, was einmal mehr den positiven Effekt von Sonderausstellungen, Themenjahren u. ä. belegt.
  • Die Freizeit- Erlebniseinrichtungen erzielten ein Plus von 4,7 %. Das positive Abschneiden ist den hohen Zuwächsen im Juni und August zu verdanken. Das Jahrersende verlief durchwachsen. Zweistelligen Verlusten im Oktober und Dezember stand ein deutliches Plus im November gegenüber.
  • Die Anbietenden von Stadtführungen übertrafen ebenfalls das Vorjahresergebnis. Mit 3,8 % mehr Teilnehmenden schnitten sie erneut besser ab, als alle am Monitoring teilnehmenden Anbietendenden von Stadtführungen. Ab Mai gab es durchweg steigende Teilnehmendenzahlen. Im Oktober und Dezember wurden noch einmal besonders hohe Zuwächse erreicht. Auch die Stadtführungsangebote profitierten in einigen Orten von der Thüringer Landesausstellung.
  • Die Zahlen der Erlebnisbäder und Thermen in Thüringen lagen in etwa auf Vorjahresnivau. Damit entwickelten sich die Erlebnisbäder und Thermen in Thüringen etwas schwächer als alle am Monitoring teilnehmenden Einrichtungen in dieser Kategorie. Aufgrund von Modernisierungen hatten 2025 mehrere am Monitoring teilnehmende Bäder in Thüringen geschlossen und wurden in der Erhebung nicht berücksichtigt. Nach Wiedereröffnung ist davon auszugehen, dass diese aufgrund der getätigten Investitionen das Ergebnis der Erlebnisbäder und Thermen positiv beeinflussen werden.
  • Die Freilichtmuseen und Besucherbergwerke verfehlten das Vorjahresergebnis um 7,7 %. Nur in wenigen Monaten des Jahres 2025 wurde ein Plus erzielt. Im November und Dezember wurden die Besuchendenzahlen des Vorjahres noch einmal besonders deutlich unterschritten.
Besucherzahlen der Freizeiteinrichtungen in Thüringen nach Kategorien 2025Quelle: dwif

Im Bundesländervergleich über das Sparkassen-Tourismusbarometer Ostdeutschland platzierte sich Thüringen vor den anderen Bundesländern. Die Einrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen verfehlten das Vorjahresergebnis. Die Besuchendenzahlen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt stiegen um 1,5 bzw. 1,8 %.

Ausblick

Fragt man die KI, dann sollte für Thüringen wie auch für alle anderen ostdeutschen Bundesländer ein leichtes Wachstum der Übernachtungszahlen für 2026 möglich sein, getragen durch einen Mix aus Outdoor-/Aktivangeboten und Städten/Kultur. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben dagegen weiter angespannt. Die FUR-Reiseanalyse attestiert der Nachfrage weiterhin hohe Reiseabsichten und eine wie-der wachsende Ausgabebereitschaft. Und doch nehmen die Unsicherheiten gleichzeitig zu. Was sich am Ende durchsetzt, ist noch nicht zu prognostizieren. Die Touristiker:innen aus den Orten, Städten und Destinationen in Ostdeutschland sind sich zwar größtenteils einig, aber die Richtung ist auch hier noch offen: Laut der aktuellen Stimmungsumfrage im Tourismusbarometer gehen jeweils rund 75 % der Befragten von einer gleichbleibenden Nachfrage im Frühjahr und Sommer 2026 aus. 15 % bzw. 22 % rechnen mit steigenden Zahlen. Die Thüringer Touristiker:innen sind hierbei etwas skeptischer. Um 2026 weiterhin den Anschluss halten zu können, gilt es auch für die Thüringer Destinationen, ein klares Profil zu haben, Reiseanlässe mit buchbaren Erlebnissen zu schaffen, in gut organisierten Netzwerken gemeinsam Dinge voranzubringen sowie die Themen Qualität und Nachhaltigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Den ersten Teil des Newsletters zu den Übernachtungszahlen finden Sie hier: Nachfrageentwicklung 2025 | Tourismusnetzwerk Thüringen

Den gesamten Newsletter finden Sie hier zum Download:

1/2026: Jahresbilanz (303.8 KiB)



Autor/-in: Mareike Sager

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