Inhalt anspringen
Skip NavigationMenü

Saisonbericht Tourismus Sommer 2025

Quelle: TTG

Differenziertes Bild und Chancen für die kommende Saison

Wer eine erholsame Auszeit sucht, findet in Südthüringen ideale Voraussetzungen. Während der Deutschlandtourismus aktuell weiter wächst, zeigt sich in Südthüringen ein differenziertes Bild: Einige Betriebe verzeichnen stabile oder sogar steigende Gästezahlen, andere stehen vor größeren Herausforderungen. Die Ergebnisse der Saisonumfrage Tourismus der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen liefern hierzu wertvolle Einblicke. Sie beleuchten die Sommersaison und geben einen Ausblick auf die kommenden Wintermonate.

Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds zeigen viele Unternehmen in der Region, dass Qualität, persönlicher Service und authentische Angebote weiterhin überzeugen. Zugleich machen die Rückmeldungen deutlich, an welchen Stellen die Rahmenbedingungen verbessert und Potenziale genutzt werden können, um den Tourismusstandort Südthüringen zu stärken.
„Staatliche Bürokratie und hohe Ausgaben für Vorleistungen wie Energie und Lebensmittel beeinträchtigen die meisten Betriebe. Daher sind in den letzten Jahren überall die Preise gestiegen. Der zunehmende Deutschlandtourismus zeigt, dass die Gäste bereit sind, entsprechende Kosten zu akzeptieren, wenn im Gegenzug die Leistungen stimmen. Auch in unserer Region erreichen einige Betriebe hohe Auslastungszahlen, während andere sich nur schwach entwickeln. Das legt nahe, dass man sich nicht nur um die Vermarktung, sondern auch um die Qualität bemühen muss“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Beherbergung
Entgegen dem Trend gehen in Südthüringen die Übernachtungszahlen rapide zurück. In Deutschland wurden im letzten Jahr 1,8 Prozent mehr Übernachtungen realisiert als im Vorjahr. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stiegen sie nochmals um 0,3 Prozent. In Südthüringen gingen die Übernachtungen im letzten Jahr um 3,5 Prozent zurück und in den ersten neun Monaten dieses Jahres nochmals um 3,4 Prozent.

Einzelne Betriebe verfügen jedoch über gestiegene Übernachtungszahlen und eine gute Auslastung. So bewerten 20 Prozent ihre Geschäftslage als gut, 37 Prozent als saisonüblich bzw. befriedigend und 43 Prozent als schlecht. In den kommenden Monaten rechnen sechs Prozent mit besseren Geschäften, 55 Prozent erwarten keine gravierende Veränderung zur aktuellen Lage und 39 Prozent eine Verschlechterung. Der Konjunkturklimaindikator erreicht 71,8 von 200 möglichen Punkten. Vor einem Jahr wurden noch 80,7 Punkte erreicht. Die Krise hat sich somit verschärft.

In der abgelaufenen Saison konnten 15 Prozent der Betriebe ihren Umsatz steigern, während 52 Prozent Umsatzeinbußen zu verkraften hatten. Acht Prozent konnten zusätzliche Übernachtungen generieren, während 63 Prozent Einbußen hinnehmen mussten.
Aufgrund steigender Kosten und der schwachen Umsatzentwicklung plant jeder dritte Betrieb in den kommenden Monaten Preiserhöhungen. Zugleich setzt sich die Investitionsschwäche der letzten Jahre fort. Lediglich 54 Prozent planen Investitionen mit Fokus aus Modernisierung und Ersatzbeschaffung. Im Personalbereich gehen 80 Prozent von stabilen Mitarbeiterzahlen aus, 20 Prozent erwarten Abgänge.
Als wesentliches Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung werten 72 Prozent der Unternehmen die Energiepreise. Direkt danach folgen mit jeweils 70 Prozent die Lebensmittel- und Rohstoffpreise sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Darunter verstehen die Betriebe insbesondere Bürokratie, steuerliche Belastungen, ausbleibende Gäste und schmale Renditen.

Trotz rückläufiger Zahlen zeigt die Umfrage, dass einige Betriebe ihre Chancen nutzen und mit klaren Qualitätsimpulsen weiterhin Gäste überzeugen können. Dieser Ansatz kann künftig noch stärker zur Stabilisierung beitragen.

Gastronomie
Der Trend zum Urlaub im eigenen Land führt nicht zu steigenden Umsätzen. Preis-, kalender- und saisonbereinigt lagen die Umsätze in den ersten neun Monaten in Deutschland 15 Prozentpunkte unter dem Niveau von 2015. Für Thüringen liegen entsprechende Daten noch nicht vor, doch die Stimmung der Gastronomen zeichnet ein schlechtes Bild.
So bewerten neun Prozent die Lage als gut, 50 Prozent als saisonüblich bzw. befriedigend und 39 Prozent als schlecht. In den kommenden Monaten rechnen fünf Prozent mit besseren Geschäften, 46 Prozent erwarten eine Fortsetzung auf aktuellem Niveau und 49 Prozent eine Verschlechterung. Der Konjunkturklimaindikator erreicht 63,5 von 200 möglichen Punkten. Vor einem Jahr waren es 69,5 Punkte. Auch in der Gastronomie ist kein Ende der Krise in Sicht.

In der Sommersaison konnten immerhin elf Prozent der Betriebe Umsatzsteigerungen erreichen, während sich für 47 Prozent eine Einbuße ergab. In der Folge planen 37 Prozent Preissteigerungen. Lediglich 45 Prozent haben in den kommenden Monaten Investitionen vorgesehen, die sich vor allem auf Modernisierung sowie Ersatzbeschaffung richten und die Attraktivität der Gaststätten erhöhen können. Im Personalbereich rechnet jeder dritte Betrieb mit sinkenden Mitarbeiterzahlen.
Das wesentliche Risiko der Gastronomen bilden mit 84 Prozent die Lebensmittel- und Rohstoffpreise. Außerdem nennen 73 Prozent die Energiepreise und 68 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die Unternehmen führen hier vor allem die Unklarheit, ob die von der Bundespolitik versprochene Umsatzsteuersenkung kommt, die Erhöhung des Mindestlohns und die steigenden Lohnnebenkosten an.
Investitionen in die Attraktivität zeigen, dass moderne Angebote und guter Service weiterhin Zuspruch finden und können eine solide Basis sein, um sich im Wettbewerb zu behaupten.

Reisemittler
Reisemittler sind Reisebüros, Reiseveranstalter und Erbringer weiterer Reservierungsdienstleistungen sowie Busunternehmen, die auch im touristischen Gelegenheitsverkehr unterwegs sind. Die Stimmung der Reisemittler reflektiert zumindest den Teil der Reiselust der Menschen in Südthüringen, die ihren Urlaub nicht selbständig organisieren.
Derzeit bewerten 22 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut, 45 Prozent als saisonüblich bzw. befriedigend und 33 Prozent als schlecht. In den kommenden Monaten rechnen 60 Prozent mit gleichbleibenden und 40 Prozent mit schlechteren Geschäften. Der Konjunkturklimaindikator erreicht 73,1 Punkte nach 81,9 Punkten vor einem Jahr. Auch für die Reisemittler hat sich die Krise mithin verschärft.
In den kommenden Monaten werden nur wenige Unternehmen investieren, was auch den Branchenspezifika geschuldet ist. Im Personalbereich ist nicht mit Beschäftigungsaufwuchs zu rechnen. 60 Prozent erwarten eine stabile Mitarbeiterzahl, 40 Prozent einen Rückgang. Als wesentliches Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung nennt jeder zweite Betrieb die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
Die stabile Nachfrage vieler Kunden nach professioneller Beratung zeigt, dass auch in einem dynamischen Markt verlässliche Partner geschätzt werden.

+++

Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen dankt allen Unternehmen, die sich an der Saisonumfrage Tourismus beteiligt haben. Wir verbinden diesen Dank mit der Bitte, uns auch weiterhin durch Ihre Teilnahme zu unterstützen. Nur so können wir sich abzeichnende Veränderungen erkennen und frühzeitig reagieren.

Den vollständigen Saisonbericht finden Sie hier.



IHK Südthüringen
Referentin Tourismus
E-Mail: wolff@suhl.ihk.de
Telefon: +49 3681 362-205
Telefax: +49 3681 362-220
BEITRAG VOM:
19. Dezember 2025

Kategorien:
Gastgewerbe · IHK Südthüringen · Marktforschung/Trends · Statistik · Thüringer Wald


Als PDF speichern
Seite Teilen Über:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Weitere Artikel