Am 3. November 2025 lud die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) zum Netzwerktreffen Kulturtourismus in die Kunsthalle Arnstadt ein. Organisiert von Anke Riese, Themenkoordinatorin für Kultur im Tourismus bei der TTG, bot das Format Fachimpulse, Diskussionen und Raum für Austausch. Die rund 40 Teilnehmerinnen aus Kultureinrichtungen (Museen, Theatern, Schlössern, Parks und Gärten) und Thüringer Touristikerinnen und Touristiker erlebten einen arbeitsintensiven Tag mit zeitgemäßen Themen und guten Gesprächen.
Drei Workshops – drei Themen mit Relevanz
Den Ablauf des Vormittags prägten drei parallellaufende Workshops, die zentrale Fragestellungen des Kulturtourismus aufgriffen:
Barrierefreiheit – Wichtig ist beides: Erlebbarkeit und Information
Mit David Ortmann vom Staatstheater Augsburg, Dr. Gisela Friedrich (selbst sehbehindert) und Peggy Fauß von der TTG diskutierten die Teilnehmenden, wie barrierefreie Kulturerlebnisse gestaltet werden können. Der Fokus lag dabei nicht nur auf baulichen, sondern auch auf kommunikativen Barrieren. Gisela Friedrich brachte ihre Erfahrungen ein. Ihre Anregungen, in allen touristischen Häusern Blindenhunde zu erlauben, Audioguides immer auch um Informationen zum Weg und zur nächsten Station zu befüllen, sollte in Kultureinrichtungen auch ohne großes Budget umsetzbar sein. In eine ähnliche Richtung argumentierte auch David Ortmann, der sich dafür aussprach, nicht nur über – sondern auch mit Betroffenen das Gespräch zu suchen um maximale Zugänglichkeit zu erreichen.
Kultur in ländlichen Räumen – Formate, die wirken und verbinden
Der Workshop von Mareike Wiemann (Landeskorrespondentin bei mdr Kultur) und Bernhard Widmann (TTG) stand unter dem Titel: Kultur in ländlichen Räumen – Formate, die wirken und verbinden. Beides lässt sich aus sehr verschiedenen Blickwinkeln betrachten. In der Diskussion wurde deutlich, dass hier eine Reihe von Akteurinnen und Akteuren gefragt sind, wenn Tourismus auf dem Land passieren und funktionieren soll. Es braucht hier ganz besonders Kooperationen, regionale Vernetzung und die Bereitschaft auf breiter Basis dazu.
Zielgruppen im Blick: Mehr Menschen erreichen
Kultur hat den Anspruch an sich, für alle dazu sein. Das ist richtig und wichtig. Selbstverständlich arbeiten auch Museen und Theater mit Zielgruppen – aber eben anders als die Touristikerinnen und Touristiker. Anja Neumann und Carolina von Stojentin von der TTG gaben Einblicke in Zielgruppenansprache rundum die Sinus-Milieus. Das adaptiv-pragmatische Milieu und das postmaterielle Milieu gehören zu den avisierten Zielgruppen im Freistaat. Wie spricht man sie an? Mit welchen Medien erreicht man diese beiden Zielgruppen? Was haben diese beiden Milieus für eine Erwartung an eine Kultureinrichtung? Welche Services benötigen sie zum Wohlfühlen vor Ort? Was wollen/ „müssen“ sie erleben, damit sie ihr Kulturerlebnis anderen Menschen empfehlen oder es selbst noch einmal besuchen?
































