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Ergebnisse des Destinationstages: 5. Vom Tagungsgast zum Urlauber

Quelle: Illuminat, 3. Thüringer Destinationstag

Zum 3. Thüringer Destinationstag am 10.09.2024 im Volkshaus in Jena sprachen Thüringer Touristikerinnen und Touristiker über die zentrale Frage der Reiseentscheidung: Wie treffen Menschen Reiseentscheidungen? Und können wir ihre Entscheidungen durch passende Angebote und gezielte Informationen lenken?

Prof. Dr. Beritelli stellte in seinem Impulsvortrag am Vormittag dar, dass vor allem Mund-zu-Mund-Propaganda und vorangegangene Erlebnisse im Urlaubsort entscheidend bei der Wahl des Reiseziels sind. Doch wie sieht das im MICE-Bereich aus? Tagungsgästen obliegt oftmals nicht selbst die Entscheidung für eine Destination. Der Veranstalter, die Event- Agentur oder auch das eigene Unternehmen hat den Tagungsort bzw. die Tagungsregion bereits festgelegt. Zu einem Kongress, einem Meeting, der Tagung oder zur Incentive-Reise reisen zahlreiche Tagungsgäste aus ganz Deutschland oder gar aus internationalen Standorten nach Thüringen an – ein riesiger Markt und eine großartige Chance, die Teilnehmer vor Ort zu überzeugen, ihren nächsten Urlaub bei uns in Thüringen zu verbringen. Doch wie kann das gelingen, wo und wie können die Tagungsgäste angesprochen und inspiriert werden? Oftmals ist das Kongressprogramm zeitlich eng getaktet, die Agenda der Tagung ist gut gefüllt und das Incentive-Programm schon umfangreich.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Eric Horster von der FH Westküste haben sich die Workshopteilnehmenden diesen Fragen gestellt und in zwei kreativen Runden erste Ideen zusammengetragen. Für drei verschiedene Szenarien und unterschiedliche Tagungs-Persona wurden Marketing- und Produktideen entwickelt.

Session 1

In der ersten Session nahmen insgesamt 11 Teilnehmende aus Destinationen, Städten und Leistungsträger aus der Hotellerie teil und arbeiteten mit dem Fokus auf verrückte Werbeideen gezielt an der Aufgabe „Wie können wir Gäste vor Ort überzeugen wiederzukommen?“.  Dank der innovativen Workshopmethode „Napkin Sketch“, in der in kleinen Teams eine kurze und einfache Skizze als Ideendarstellung dient, konnten in kurzer Zeit viele Ansätze entwickelt werden:

  • „Taste of Erfurt“ – eine Erlebnis-Stadtrundfahrt für den Tagungsgast auf seinem Weg zum Kongress: begleitet durch einen Stadtführer und kleine kulinarische Highlights werden die kulturellen Sehenswürdigkeiten präsentiert.
  • „Meet the local Tinder-App“ – eine begleitende Veranstaltungs-App: hier werden Tagungsgäste mit Locals nach Interessen und Vorlieben gematched und so miteinander vernetzt und in Kontakt gebracht.
  • „Familie & Freunde-Gutschein“- ein praktisches Give-Away: personalisiert und auf den Tagungsgast individuell abgestimmter Gutschein, der mit seinen Angeboten zu einer privaten Wiederkehr mit Freunden oder der Familie einlädt.
  • „Goethe und Schiller USB-Anhänger“ – ein hochwertiges Geschenk: mit personalisierten Informationen und konkreten Angeboten befüllt, soll der USB-Anhänger die Tagungsgäste nach der Dienstreise zu einer Urlaubsreise in Thüringen inspirieren.
  • „Bucket-List“ – eine Übersicht, die Lust auf Thüringen macht: eine zum Teil schon vorausgefüllte Liste mit Erlebnissen, die man unbedingt in Thüringen unternehmen soll, kann vom Tagungsgast während seines Aufenthaltes ergänzt und im nächsten Thüringen-Urlaub „abgearbeitet“ werden.
  • „After-Work-Party to return“ – ein eigenes Event für die Tagungsgäste: auf der After-Work-Party, die Teil des Kongressprogramms sein kann, können regionale Besonderheiten, kulturelle Highlights und auch Gastronomie- und Hotelleriebetriebe präsentiert werden.

Session 2

In der zweiten Session beschäftigten sich 16 Workshopteilnehmende mit der Frage „Wie könnten wir Gäste vor Ort überzeugen wiederzukommen?“ mit dem Fokus des Umlenkens auf Highlights vor Ort während des Tagungsaufenthaltes.  Mit der Kreativmethode „Desktop Walkthrough“ bauten drei Gruppen ein Szenario, wie die unterschiedlichen Persona während ihres Aufenthalts zu einer Sehenswürdigkeit gelenkt werden können. Über einzelne Stationen des Aufenthaltes wurden folgende Ideen entwickelt:

  • Der junge und technik-affine Kongressteilnehmer Felix bekommt die Smart-Guide-App zur Veranstaltung (wird während dem Kongress aktiv beworben) und darüber bekommt er Tipps, was er in Jena unternehmen kann.
  • Die Incentive-Teilnehmerin Susi nimmt während des Programmes an einem Dinner im Hotelrestaurant teil, auf dem eine Weinverkostung mit der Thüringer Weinprinzessin stattfindet und auch die Region vorgestellt und besondere Events präsentiert werden.
  • Der Messe-Aussteller Karl Müller bekommt schon mit der Einladung ein Image-Video zu Erfurt zugeschickt. Auf der Messe selbst gibt es eine Thüringen-Lounge, die ihn bei der Ankunft begrüßt und über Urlaub in Thüringen informiert. Auf der Straßenbahnfahrt erhält er Informationen zu touristischen Unternehmungen (z.B.: Push-up Werbung nach Standort und auch wechselnder Content auf den Anzeigetafeln).

 

Fazit

Unser Fazit aus den beiden Workshops:

  • Die Zusammenarbeit zwischen den Veranstaltungsplanenden, Leistungsträgern, den Anbietern vor Ort und den Regionen machts möglich.
  • Das Bewusstsein der großen Chance auf Folgegeschäft für den Leisure-Bereich ist elementar, und alle touristischen Gewerke können davon profitieren – die Grenzen zwischen MICE und Leisure verschwimmen.
  • Es braucht kreative Ideen mit einem Mehrwert und Überraschungseffekt für die Gäste.
  • Tagungsgast ist nicht gleich Tagungsgast – individuelle Ansprachen und interessensorientierte Angebote inspirieren die Gäste nachhaltig.
  • Ein übertragbares Thema: wie machen wir aus Tagesgästen zukünftige Übernachtungsgäste?

Rückschau zum Thüringer Destinationstag 2024

Fotos, Präsentationen, Grafiken aus dem Illumaten und noch mehr finden Sie in unserer Nachlese zum Thüringer Destinationstag.



Autor/-in: Kristin Beinarowitz
BEITRAG VOM:
10. Oktober 2024

Kategorien:
DMO/LMO · Institution · Sonstiges · Tagungen/Kongresse · Tourist Information · TTG · Veranstaltung /Workshop


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