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KI im Fokus: ODTA traf sich in Erfurt

©Quelle: Kathrin Meier

Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Erfurt

Am 28. und 29. Mai 2024 trafen sich die Mitglieder der Open Data Tourism Alliance (ODTA) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Erfurt. Am ersten Tag stand die Diskussion über die Auswirkungen der KI-Nutzung im Content-Marketing auf dem Programm. Fachleute sehen hierbei eine deutliche Erweiterung des Aufgabenspektrums. Während KI derzeit hauptsächlich bei der Erstellung von Inhalten wie Stories und der Bereitstellung von Open Data eine Rolle spielt, wird es zukünftig auch darum gehen, Content speziell für die KI zu erstellen und Daten mit KI-Unterstützung zu organisieren.

Laut einer Prognose von Gartner (Tech Growth & Innovation Conference, 03/2024) „ […] wird das Suchvolumen in Suchmaschinen  bis 2026 um 25% sinken, da KI-Chatbots und andere virtuelle Agenten immer mehr an Bedeutung gewinnen.“

Zentrale Datenhubs als Quellsysteme für KI-Anwendungen werden dann zum Wettbewerbsvorteil, da die Kombination von Contenthubs mit semantischen Daten und einem KI-Sprachmodell kontrollierte, wissensbasierte (Sprach-)Anwendungen ermöglicht.

Innovative, KI-gestützte Applikationen:

  • machen standardisierte, übergreifend verfügbare Daten sichtbar,
  • fördern digitale Innovationen entlang der Customer Journey,
  • sorgen für verbesserte analoge Gästeerlebnisse.

Datenmanagement gewinnt durch neue Aufgabenfelder zunehmend an Bedeutung und benötigt entsprechende Ressourcen.

Aufgaben im Datenmanagement©Quelle: TTG
Aufgaben im Datenmanagement

Wie werden sich Webseiten und Kommunikationskanäle durch Sprachmodell und KI verändern?

  • Zugunsten neuer Kanäle wird sich der Traffic auf den bisherigen eigenen Kanälen verringern. Die Website einer DMO als „offizieller Absender“ wird weiterhin benötigt.
  • Unser Content wird durch Weiterverarbeitung an vielen anderen Stellen genutzt. Die Messbarkeit des Erfolges wird damit aber erschwert.
  • KI wird die Contentgenerierung vereinfachen und beschleunigen, was zu einer Verbesserung der Qualität führt.
  • Die Kommunikation mit Hilfe von KI-Anwendungen wird personalisierter und menschlicher.
  • Wer sich nicht um Daten und Faktenwissen kümmert, wird zukünftig an Relevanz verlieren.
  • Datenmanager werden in den Organisationen immer relevanter und müssen in ihrer Rolle zentraler werden.

Kennzahlen für das Datenmanagement

Ein weiteres Thema, mit dem sich die Teilnehmer ausführlich beschäftigten, war die Entwicklung zukünftiger KPIs für das Datenmanagement. Das nach außen oft unsichtbare Aufgabengebiet leidet zudem unter einer schwierigen Einschätzung seiner Wertschöpfung. Die Nutzung der Daten aus Content-Hubs lässt sich nur schwer oder gar nicht genau verfolgen und messen. Externe Kanäle, die unsere Daten nutzen, können ebenfalls nicht bewertet werden. Ansätze für neue Kennzahlen können die Vollständigkeit und Korrektheit der Daten sein, die sich in entsprechenden Scores ausdrücken lassen. Auch eine Übersetzung von Kennzahlen in Geldwerte wurde diskutiert. Hier besteht noch großer Nachholbedarf.

Der zweite Tag diente organisationsbezogenen Themen sowie dem Austausch über aktuelle Projekte in den Regionen.

Für die weiteren gemeinsamen Maßnahmen der ODTA wurden drei Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich folgenden Aufgaben widmen:

AG Kommunikation & Key Account
– öffentliches Interesse und  Sichtbarkeit des ODTA-Standards erhöhen
– Verständnis für das Thema auf der  kommunalen touristischen Ebene schaffen
– Partner für den Einsatz des ODTA-Standards werben und in Projekten vorantreiben
– Barrieren identifizieren und transparent machen

AG Koordination der Standardentwicklung
– Weiterentwicklung der Domaisn Specifications nach Priorität
– Schaffung einer europäischen Relevanz des Standards
– Abgleich und Harmonisierung mit anderen nationalen und internationalen Standards

AG Use-Cases, Datenqualität & KPI
– Sichtbarmachung des Nutzens der ODTA-Standards
– Best-Cases als Anregung für Produktentwicklungen
– Aufstellen von Qualitätsstandards
– Entwicklung von KPI-Ansätzen

Die Open Data Tourism Alliance (ODTA) ist eine Organisation, die sich um die Standardisierung semantischer Datenmodelle für touristische Informationen auf Basis des schema.org-Standards kümmert. Ihr Hauptziel besteht darin, sogenannte “Tourism Domain Specifications” zu definieren und über eine entsprechende Plattform bereitzustellen. Diese Initiative zielt darauf ab, den grenzüberschreitenden Austausch zu fördern und Erfahrungen beim Einsatz strukturierter Daten und semantischer Technologien im Tourismus zu teilen. In der ODTA engagieren sich seit September 2021 die nationalen Tourismusorganisationen von Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie rund 20 Partner auf föderaler Ebene.



Autorin: Kathrin Meier
Thüringer Tourismus GmbH
Digitale Transformation, stellv. Abteilungsleiterin
E-Mail: k.meier@thueringen-entdecken.de
Telefon: + 49 361 3742209
Telefax: + 49 361 3742299


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