6. September 2018

Saalfeld-Rudolstadt etabliert AG Wandern

Saalfeld-Rudolstadt hat als erster Landkreis die Empfehlung der Touristischen Wanderwegekonzeption Thüringen 2025 zur Gründung einer regionalen AG Wandern in die Tat umgesetzt. Im Rahmen der Gründungsveranstaltung Ende August wurde auch der hauptamtliche Kreiswegewart, Dirk Fischer, vorgestellt, der ab September 2018 im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt seine Arbeit mit 20 Wochenstunden aufnehmen wird. Die gezielte Gewinnung von „Nachwuchs“ bei den Ortswegewarten wird eine seiner ersten Aufgaben sein.

Regionale Wander-Highlights entwickeln

„Die Schaffung eines hohen Niveaus an Qualität und Service auf einem überschaubaren und pflegbaren Wanderwegenetz im Verbund mit einer wanderfreundlichen Gastronomie und Beherbergung ist unsere Zielstellung für die kommenden Jahre“, so bringt es Bernhard Schanze, Leiter Beteiligungsmanagement im Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt auf den Punkt. In der Informations- und Schulungsveranstaltung, die vom Landkreis organisiert wurde, kam Wanderprofi Erik Neumeyer vom Deutschen Wanderverband zu Wort, der einer regionalen Netzwerkbildung besondere Bedeutung zuschreibt. Verbindlichkeit muss durch klare regionale Zielsetzungen und Maßnahmenkataloge geschaffen werden. Eine große Rolle spielen im Wandertourismus zudem die Höhepunkte an den Wegen, die gezielt entwickelt werden müssen. Durch sie bleibt das Wandererlebnis erst im Kopf hängen. Dies können kulturelle Einrichtungen sein, aber auch kleinere Landschaftsphänomene wie Bachfurten, Felsformationen oder Aussichten.

Umsetzung der Touristischen Wanderwegekonzeption

Im Anschluss berichtete Simon Büttner, Wanderwegekoordinator bei der Thüringer Tourismus GmbH (TTG), über den aktuellen Umsetzungsstand der Touristischen Wanderwegekonzeption Thüringens. So wurde eine landesweite Steuerungsgruppe in Leben gerufen, die den Umsetzungsprozess begleiten soll. Er berichtete auch von den aktuellen Beschilderungsstandards und der Entwicklung von sogenannten Potenzialwegen. Anhand zweier überregionaler Beispiele erläuterte er die Entwicklungsmöglichkeiten: Wenn ein Wanderweg wie der Thüringenweg erhebliche Mängel aufweist und sich die betroffenen Kommunen nicht auf eine qualitativ einheitliche Pflege einigen können, hat eine weitere Vermarktung des Weges keinen Sinn. Wenn sich die Anrainer, wie beim Feengrotten-Kyffhäuser-Weg, aber zusammensetzen und an der Qualität des Weges arbeiten, kann der Weg weiter Bestandteil der Wanderwegekonzeption bleiben und vermarktet werden.

Dann besteht auch die Möglichkeit, dass ThüringenForst die Gemeinden in Zukunft bei der Wegepflege unterstützt. Zurzeit arbeiten ThüringenForst, TTG und die jeweils zuständigen Ministerien an der Umsetzung dieses Projektes. Noch dieses Jahr sollen Forstarbeiter an Wegeabschnitten auf Staatsforstflächen tätig werden. Zusammen mit der Firma Outdooractive wird zudem an der Bereitstellung eines digitalen Wegemanagementsystems gearbeitet. Zu diesem soll jeder, der mit der Wegepflege zu tun hat, einen Zugang bekommen und so die Daten zur Wanderinfrastruktur, wie Bänke, Wegweiser, Rastplätze etc., verwalten können. Zuletzt erwähnte Büttner noch die Ausbildung von Wegewarten an der Thüringer Wanderakademie in Bad Blankenburg. Diese soll reformiert werden, um mit kürzeren Einstiegslehrgängen und finanzieller Förderung mehr Wegewarte gewinnen zu können.




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