14. September 2016

Thüringen-Tourismus kann bundesweit nicht Schritt halten

Im ersten Halbjahr 2016 verlief die Tourismusentwicklung in Thüringen im Vergleich zu den meisten anderen Bundesländern unterdurchschnittlich. Zwar konnte im Zeitraum Januar bis Juni das Niveau von 2015 gehalten werden, dennoch verlor Thüringen bundesweit Marktanteile.

Deutschland-Tourismus weiter auf Erfolgskurs

Der Deutschland-Tourismus meldet zum Halbjahr 2016 erneut steigende Zahlen und steuert somit wie auch in den letzten Jahren auf ein Rekordergebnis zu. Im Zeitraum Januar bis Juni 2016 kamen insgesamt 78,1 Mio. Gäste (+2,9%) aus dem In- und Ausland nach Deutschland, die zusammen 199,1 Mio. Übernachtungen (+4,0%) in den Beherbergungsbetrieben (mit zehn Betten und mehr) und Campingplätzen (ohne Dauercamping) des Landes tätigten. Entsprechend konnten fast alle Bundesländer ihre Vorjahreswerte übertreffen. Starke Treiber des Wachstums waren erneut die Stadtstaaten, allen voran Hamburg. Aber auch die klassischen Ferienbundesländer Bayern, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sowie Brandenburg durften sich über überdurchschnittliche Steigerungsraten freuen. Rheinland-Pfalz konnte das positive Ergebnis aus dem Vorjahreszeitraum nicht bestätigen und musste als einziges Bundesland einen Rückgang der Übernachtungen verkraften (-0,8%).

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Thüringer Übernachtungen auf Vorjahresniveau

Zwar entschieden sich im ersten Halbjahr 2016 mehr Touristen oder Geschäftsreisende für eine Reise nach Thüringen als im Vorjahr, dennoch konnte der Freistaat nicht mit den bundesweiten Steigerungsraten Schritt halten. Die insgesamt 1,72 Mio. Besucher in Thüringen (+0,3%) tätigten im ersten Halbjahr 2016 rund 4.45 Mio. Übernachtungen, was letztendlich dem Vorjahresniveau entspricht (Bundesländerranking: Rang 15).

Schwankende Nachfrage bei Übernachtungen

Bei Betrachtung der Übernachtungen in den einzelnen Monaten ist das erste Tourismushalbjahr in Thüringen von einer eher schwankenden Nachfrage gekennzeichnet. In vier von sechs Monaten musste u.a. aufgrund des milden Winters und den damit verbundenen schlechten Schneeverhältnissen (Januar/Februar)  bzw. der Verschiebung der Osterferien (April) über eine rückläufige Entwicklung berichtet werden. Diese Verluste fielen jedoch in den meisten Fällen gering aus, sodass sie durch die deutlichen Zuwächse im März (gute Witterungsverhältnisse in den Osterferien) letztendlich ausgeglichen werden konnten.

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Kommentare




  1. Wundert mich nicht und gerade in meinem Bereich Wandern / Social-Media sieht man ganz deutlich, warum Thüringen so schlecht abschneidet.
    Ein Beispiel: Der Rennsteig und der Goethewanderweg waren nominiert zum Wanderweg des Jahres 2016 und was hat die TTG gemacht? Außer ein Facebook Posting, dass von mir angestoßen wurde – GAR NICHTS!!! Wäre eine gute Werbung gewesen und zwar auf Jahre und Jahrzehnte. Ich habe die größte Facebook-Wandergruppe mit 42.000 Fans und sehe tagtäglich was sich Touristiker für die Wanderer einfallen lassen. Von Thüringen kommt da fast gar nichts und schon gar nicht gutes authentisches Material.
    Wir brauchen keine Berater und Studien, sondern fähige Köpfe! Ich habe mit vielen Wandertouristikern zu tun, die echt was bewegen. An denen sollte sich Thüringen orientieren! Aber Filz und Überheblichkeit machen das unmöglich.

    1. Hallo Herr Balkow,
      die Übernachtungszahlen im Thüringer Tourismus im ersten Halbjahr sind nicht zufriedenstellend, keine Frage. Jedoch sind die Herausforderungen zur Verbesserung der Situation vielschichtig, regional und thematisch sehr unterschiedlich und es ist mit Pauschalurteilen oder der „einen Werbung, die für Jahre und Jahrzehnte“ wirkt, nicht getan. Der Beitrag „Analysephase abgeschlossen – Zwischenergebnisse liegen vor“ (hier im Tourismusnetzwerk) zum Landestourismuskonzept 2025 gibt einen guten Überblick über die wichtigsten Entwicklungsschwerpunkte.
      Zu dem von Ihnen angesprochenen Projekt „Wanderweg des Jahres 2016“ und der Beteiligung der TTG und der Thüringer Wandertouristiker haben wir ja schon auf verschiedenen online – Foren die Meinungen und Argumente ausgetauscht, deshalb möchte ich hier an dieser Stelle nicht noch einmal darauf eingehen.

  2. Helmut Ebert sagt:

    Ich bin Kanadier und habe Thüingen und die meisten seiner Bewohner lieben gelernt. Thüringen bietet für jeden etwas und das über das ganze Jahr. Man kann darüber streiten wie es präsentiert wird.
    I habe aus nordamerikanischer Sicht einen alternativen Internet-Reiseführer erstellt. Ich kann mir aufgrund meines Alters (über 82 Jahre alt) und auch aus finaziellen Gründen keine weiteren Reisen leisten. Hinzu kommt, dass mein Sohn seine Firma wieder zurück nach Bayern verlegen musste. Niemand hat auch mein Angebot für Werbung beantwortet!

    1. Profilbild von Sabine Vater Sabine Vater sagt:

      Sehr geehrter Herr Ebert,
      über Ihr Interesse am Reiseland Thüringen freuen wir uns sehr.
      Wenn Sie Thüringen weiterempfehlen, finden Sie nützliche touristische Informationen in englischer Sprache auf folgender Seite:
      http://www.visit-thuringia.com
      Gern können Sie auf Ihrem Internet-Reiseführer auf diese Seite verweisen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Sabine Vater

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Rainer Engelhardt
Thüringer Tourismus GmbH