14. März 2016

Roadshow „Unternehmensnachfolge“ am 10. März gestartet

Betrieblicher Generationswechsel bietet Chancen für Nachfolgeunternehmen und Gründer

Mit einer Auftaktveranstaltung in Erfurt ist am 10. März die „Roadshow Unternehmensnachfolge“ gestartet. Die „Roadshow“ geht in diesem Jahr bereits in die siebte Runde und tourt mit weiteren 13 Informationsveranstaltungen bis November 2016 durch alle Regionen des Freistaates.

 „Unternehmensnachfolgen können  gerade auch für Existenzgründer eine geeignete Einstiegsmöglichkeit sein“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee in seiner Eröffnungsrede in Erfurt. Bei Gründungen in der Form einer Unternehmensnachfolge seien bereits Umsätze, Mitarbeiter und Verbindungen zu Lieferanten, Partnern und Kunden vorhanden. Zudem könnten die neuen Inhaber die Firmen mit ihren Konzepten strategisch neu ausrichten. Tiefensee: „Im Idealfall ist damit nicht nur der Erhalt von Unternehmen und Arbeitsplätzen, sondern neues Wachstum verbunden.“

Thüringen ist dabei auf einem guten Weg und wird seine Unterstützungsaktivitäten hier kontinuierlich fortsetzen. 2014 waren neun Prozent der Gewerbeanmeldungen in Thüringen verbunden mit einer Übernahme. Das ist – nach Baden-Württemberg mit 9,1 Prozent – der höchste Anteil aller Bundesländer. Der Anteil ist in Thüringen seit 2009 mit 7,7 Prozent deutlich gestiegen und liegt über dem Bundesdurchschnitt von 7,3 Prozent. Die künftigen Chancen der Unternehmensnachfolge will der Freistaat konsequent nutzen.

In Thüringen steht derzeit bei 500–600 Unternehmen pro Jahr die Übergabe an einen geeigneten Nachfolger an (IfM Bonn). Die „Roadshow Unternehmensnachfolge“ will Unternehmen und potentielle Nachfolger rechtzeitig vor dem Generationswechsel für das Thema sensibilisieren. Dazu bietet sie einen Überblick über die notwendigen Schritte, Erfordernisse und gezielten Unterstützungsmöglichkeiten bei der Vorbereitung einer Nachfolge, etwa durch die Angebote des ThEx, der Wirtschaftskammern sowie die Finanzierungsinstrumente des Landes, der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) und der Bürgschaftsbank Thüringen (BBT). Jede der rund zweistündigen Veranstaltungen bietet zudem die Möglichkeit, mit Experten und Geschäftsführern anderer Unternehmen mit Nachfolgeerfahrung ins Gespräch zu kommen.

Die Gestaltung der Unternehmensnachfolge ist in der Regel ein komplexer Prozess, der frühzeitig begonnen werden sollte. Als Faustformel gelten hier drei bis fünf Jahre für die gesamte Vorbereitung, macht Detlef Schmidt, Nachfolgelotse des ThEx deutlich. Im Rahmen des ThEx werden auch direkte Kontakte von übernahmeinteressierten Gründern und anderen Unternehmern mit Firmen hergestellt, bei denen eine Übergabe ansteht. Für den Prozess der Übergabe stehen die ThEx-Nachfolgelotsen als neutrale und fachkundige Begleiter zur Verfügung.

„Es ist wichtig, dass die Unternehmer sich neben dem Tagesgeschäft intensiv mit dem Thema beschäftigen und die Gestaltung der Nachfolge aktiv vorantreiben“, betont Franziska Rudloff, Nachfolgelotsin des ThEx für den Handwerksbereich. Die Moderation der Gespräche und die stete Nachverfolgung der Übergabeprozesse gehören regelmäßig zur Beratungspraxis dazu. Die diesjährige Veranstaltungsreihe zeigt zum Schwerpunktthema „Konfliktfrei durch den Nachfolgeprozess“ insbesondere Möglichkeiten zur aktiven Konfliktvermeidung und alternativen Streitbeilegung auf.

Die nächsten Veranstaltungen finden am 6. April im IHK Bildungszentrum in Jena sowie am 8. April im Puschkinhaus in Mühlhausen statt. Alle 14 Veranstaltungen der Roadshow finden sich in der beiliegenden Übersicht sowie unter www.thex.de/nachfolge. Veranstalter der „Roadshow Unternehmensnachfolge“ ist das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx), ein Verbund von 18 Projektpartnern einschließlich aller Thüringer Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern in ganz Thüringen, der vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird.

 

Quelle: Gemeinsame Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft und des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum




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Inge Pache
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